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Laufberichte

Hier steppt der Gerd

24.03.13
Autor: Klaus Duwe

Fünf Minuten vor dem Start drücken sich die knapp 100 Utraläuferinnen und –läufer in irgendwelchen warmen Ecken rum, an der Startlinie steht kaum jemand. 

Das ARD -Fernsehteam sucht und findet kompetente Interview-Partner, die zum Thema „Ultra“ was zu sagen haben. Für viele Außenstehende ist ja schon ein Marathon jenseits der Vorstellungskraft. Was wollen sie erst damit anfangen, dass einer von Bari in Süditalien ans Nordkap gelaufen ist, 4487 km in 64 Tagen? René Strosny nämlich. Oder  zum Pensum von  Pamela Veith, die zuerst beim Bienwald-Marathon in 2:59 neue persönliche Bestzeit läuft, eine Woche später den 6Stunden-Lauf in Nürnberg  (74,9 km) gewinnt und jetzt, wieder nur eine Woche darauf,  hier die 50 km? Oder zu den vielen Sammlern, die in diesem Jahr bereits zehn oder mehr Marathon- und Ultra-Läufe hinter sich haben?

Zuerst muss man Eschollbrücken aber finden. Denn es führt zwar eine große Straße (die A 67) direkt daran vorbei, aber nur eine kleine in den Pfungstädter Vorort mit gerade mal 3000 Einwohnern.  Die meisten kennen sich aus, denn der veranstaltende TSV kann auf eine treue Kundschaft verweisen, außerdem findet der Ultra-Marathon jetzt bereits zum 22. Mal statt. Eine Wertung für 25 km gibt es auch, der Start ist 2 Stunden nach den Ultras.

Eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn sind die schmalen Straßen rund um den Sportplatz ziemlich zugeparkt.  Im Sportheim gibt es die Startunterlagen,  zum Duschen und zur Siegerehrung geht man später in die Sporthalle in der Freiherrr-vom-Stein-Straße. Zu seiner Startnummer bekommt man seit Jahr und Tag ein Duschgel und eine Tafel Schokolade, diesmal mit Nüssen.  Damit ist das ganze Drumherum auch schon erklärt.

Auch die Strecke ist schnell erklärt, denn es ist ein 5 km langer Rundkurs, den man 10mal abspult.  Wenn man zurzeit nicht gut zu Fuß ist, wie zum Beispiel ich, aber trotzdem den Ehrgeiz hat, den Leserinnen und Lesern die gesamte Strecke in Bildern zu präsentieren, genügt auch eine Runde.

Es ist mir wichtig, denn der Eschollbrücker Ultra-Marathon gehört zu ganz wenigen „Rundenläufen“ (eigentlich ist es der einzige, den ich kenne), die man als Trail bezeichnen kann. Tatsächlich bekommt man nur bei einer einzigen Straßenüberquerung Asphalt unter die Füße,  alles andere sind rustikale Wege und Pfade. Deshalb laufen hier auch viele Teilnehmer ihre Trailschuhe ein und gewöhnen sich an einen Rucksack, obwohl es auf der Strecke eine Verpflegungsstelle gibt und am Ende der Runde auf dem Sportplatz sowieso. 

 
Jürgen Sotscheck
© marathon4you.de 28 Bilder

Alles ist wie immer. Jürgen Sotscheck übernimmt die Moderation und Prof. Dr. Ralf Rainer Lavies die Schirmherrschaft und die Beschaffung der Pokale. Der Streckenwart hat leichtes Spiel, denn nicht ein einziger Zentimeter weicht vom bisherigen Kurs ab. Leichtes Spiel hat auch Gerd der Stepper. Er kennt mittlerweile die meisten Teilnehmer auch ohne Blick in die Starterliste,  begrüßt sie unermüdlich namentlich und muntert sie später mit flotten Sprüchen auf. Und das alles, während er beim Steppen im Takt bleibt.

Hat man ihn das erste Mal passiert, geht  es eine kleine Steigung rauf auf den Damm, auf dem es, solange man rechts und links von Bäumen geschützt laufen kann, ganz angenehm ist. Kommt man raus aus dem Wald, wird es windig und eisig kalt. Eine kurze Schotterpiste geht es abwärts, dann ist man in der Nähe der A 67 und gleich wieder im Wald auf dem Damm, der einem zurück bringt zum Stepper–Gerd (km 2) , der jetzt signalisiert: Links geht's weiter!

 
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Auf einem schmalen Waldweg kann man jetzt Tempo machen oder es im Ultraschritt langsam rollen lassen. Dabei sollte man die Füße etwas mehr anheben als sonst, denn es geht auf dem gesamten Kurs rustikal zur Sache, mal mehr, mal weniger. Bei km 3 gibt es Getränke, dann wird der Weg schmaler, ist dafür aber mit Laub gepolstert.

Eine Rechtskurve  und gleich wird es heller, denn Wiesen und Spargeläcker breiten sich vor uns aus. Dieses Jahr wird es zu Ostern nichts werden mit dem Königlichen Gemüse. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt rührt sich auch unter der Folie nichts.

 
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Der bei der hölzernen Eule beginnende Singletrail ist was für Genießer und denen viel zu kurz.  Bei km 4 ist man wieder auf dem Forstweg und läuft am Waldrand entlang.  Dem aufmerksamen Beobachter entgehen hier nicht einige Frühjahrsboten. Man kommt  zum Sportplatz, den man erst fast zur Gänze umrundet und dann noch im Zickzack überquert. Nur so kommen exakt 5 km zusammen. An dieser Stelle zählen aufmerksame Helferinnen und Helfer die Runden.

Nach 10 Runden in 3:26:53 steht René Strosny als Sieger fest. Nach 3:50:57 kommt bereits Pamela Veith als erste Frau ins Ziel.

Insgesamt kommen 83 Ultras in die Wertung. 101 Finisher werden beim  25km-Lauf  gewertet.  Das waren schon mal mehr.  Grämen tut das die Veranstalter aber nicht sonderlich und ihrer Freude und ihrem Engagement tut  das auch keinen Abbruch. Nächstes Jahr sind es wieder mehr, dann ist eventuell auch wieder Frühling auf dem Damm. Und vielleicht kommen auch ein paar Trailrunner mehr, denn hier kann man sich doch bestens einlaufen und auf die Highlights des Jahres vorbereiten. 
  

Impressionen

 

 
© marathon4you.de 77 Bilder

 

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Ergebnisse 50 km

 

Männer

1. Strosny, Rene 1973 ASC Darmstadt 3:26:53 Std
2. Daum, Stefan 1973 LG DUV 3:36:04 Std
3. Schaub, David 1981 Oberursel 3:36:59 Std

Frauen

1. Veith, Pamela 1973 TSV Kusterdingen 3:50:57 Std
2. Stöppler, Simone 1964 SSC Hanau-Rodenbach 4:00:57 Std
3. Kenkenberg, Gabriele 1970 LC Olympia Wiesbaden 4:05:36 Std

83 Finisher

 

Informationen: Eschollbrücker Ultra-Marathon
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