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Laufberichte

In Ulm, um Ulm und um Ulm herum

18.09.11

So könnte auch die einfache Beschreibung der Laufstrecke für den Marathon heißen, denn beim Blick auf den Streckenplan kommt man auf die Idee, der Veranstalter könnte dieses Wortspiel bei der Planung und Erstellung der Marathonlaufstrecke benutzt haben.

Im September gibt es an jedem Wochenende viele Startmöglichkeiten. Ich habe mir diesmal Ulm ausgesucht. Da ich bisher noch nicht in Ulm gelaufen bin, fahre ich dieses Wochenende in den Geburtsort von Albert Einstein. Einstein wurde berühmt durch seine Relativitätstheorie, die sich mit der Struktur von Raum und Zeit befasst. Seine Beiträge veränderten maßgeblich das physikalische Weltbild und so wurde er 1999 zum größten Physiker aller Zeiten von 100 führenden Physikern gewählt. 1921 wurde er mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

Vom berühmtesten Sohn der Stadt zur Stadt selbst. Die heutige Universitätsstadt an der Donau wurde erstmals im frühen Mittelalter urkundlich erwähnt. 854 besiegelte Ludwig der Deutsche eine Urkunde in Hulma. Auch der Name von Ulm geht wie bei sehr vielen Städten auf den Ursprung von Gewässern zurück. Der Name ist ein germanischer oder vorgermanischer Gewässername der auf die Mündung der Blau in die Donau deutet. Die Besonderheit der Stadt ist das länderübergreifende Doppelzentrum mit Neu-Ulm. Während Ulm zu Baden-Württemberg gehört, liegt Neu-Ulm auf der anderen Donauseite und gehört somit zu Bayern.

Da Ulm ca. 400km südlich von Kassel liegt, mache ich mich am Samstag auf gen Süden. Über die A7 erreiche ich Ulm in knapp 4 Stunden Fahrt. Mein Quartier habe ich für dieses Wochenende bei Gudrun und Bernd Herlemann in Blaustein, einem Vorort von Ulm. Wir haben uns auf Malta bei einer Kultur- und Marathonreise kennen gelernt. Bernd will den Halbmarathon laufen und Gudrun macht Versorgungsposten an der Strecke mit ihrem Verein. Sie haben mich schon des Öfteren eingeladen und nun wird es wahr, ich komme nach Ulm.

 
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Ich treffe so gegen Mittag in Ulm ein und parke mein Auto an der Donauhalle. Da wir uns für den späten Nachmittag verabredet haben, fahre ich mit der Straßenbahn in die Innenstadt. Ulm hat am Samstag den 17. September ein großes Aktionsprogramm „Ohne Auto mobil“ und deshalb kann jeder kostenlos den ganzen Tag mit Bus und Bahn fahren.

Den heutigen Nachmittag sehe ich mir die Innenstadt rund ums Münster an, die weltberühmt wurde durch den höchsten Kirchturm der Welt mit 161,53 Metern. Ulm ist aber mehr als nur Münster, obwohl dieses gigantische Bauwerk schon sehr beeindruckend ist. Um auf den höchsten Kirchturm zu gelangen, heißt es 768 Stufen auf 141m steigen. Von der obersten Plattform hat man einen prächtigen Rundblick auf das baden-württembergische Ulm und das bayerische Neu-Ulm und bei klarem Wetter eine Fernsicht auf die Alpenkette von Säntis bis Zugspitze.

Am 30. Juni 1377 erfolgte die Grundsteinlegung für diesen Riesenbau. Er sollte für 20.000 Menschen Platz bieten. Viele berühmte Baumeister der damaligen Zeit waren mit dem Bau der gotischen Kirche beauftragt. Als das Ulmer Münster begonnen wurde, war die freie Reichstadt römisch-katholisch. Durch die Predigten des Ulmer Reformators Konrad Sam, sowie durch Luthers Bekenntnisse im Jahre 1520/1522 wurde es ein Gotteshaus der evangelischen Kirche. Der Bau des Münsters wurde ausschließlich von den Bürgern der Stadt finanziert, denn sie wollten ein Gotteshaus innerhalb der Stadtmauern. 1543 ging ihnen das Geld aus. Fast 400 Jahre später, Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Bau fortgesetzt. Zuerst wurde das Kirchenschiff stabilisiert und dann die beiden Chortürme fertiggestellt. 1890, 613 Jahre nach Beginn der Bauarbeiten wurde das Ulmer Münster fertiggestellt. Nicht nur früher, auch heute noch ist das Münster mit 1000 Gottesdiensten und Veranstaltungen pro Jahr ein sehr lebendiges Gotteshaus.

Direkt ums Münster stehen viele sehenswerte Bauten wie z.B. das Stadthaus Ulm, der Neue Bau, die Valentinskapelle, das Schuhhaus der Zunft, der Büchsenstadel oder auch das Kornhaus. Zwischen Münster und Donau liegt das Fischer- und Gerberviertel das liebevoll restauriert wurde. Hier ist besonders sehenswert das Schiefe Haus. Direkt am Saumarkt steht das Haus der Familie Kässbohrer. Karl Heinrich Kässbohrer baute 1951 selbsttragende Omnibusse unter dem Namen Setra. Aus der gleichen Branche kommt auch Conrad Dietrich Magirus, der mit Feuerwehrfahrzeugen begann und dann auch Omnibusse und Lastwagen fertigte. Namen, die vielleicht nur noch die Älteren unter uns kennen.

Nochmal schnell zum Ulmer Rathaus, das auch nur um die Ecke liegt. Sehr schön sind die opulente Außenbemalung aus der Zeit der Frührenaissance, sowie die 1520 angebrachte reichverzierte astronomische Uhr. Im Treppenhaus ist ein Nachbau des Fluggerätes von Albrecht Ludwig Berblinger, auch Schneider von Ulm genannt. 

 
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Dann geht’s zur Donauhalle auf dem Messegelände, denn hier bin ich mit Bernd verabredet. Parkplätze sind an der Messehalle kein Problem. In der Messehalle sind die Startunterlagenausgabe sowie Nachmeldeschalter und eine Messe rund ums Laufen. Für den Marathon kann man sich noch nachmelden. Im Preis ist ein Baumwoll-Shirt enthalten, kann aber gegen 15€ Aufpreis in ein Funktions-Shirt getauscht werden.

Wir schlendern noch ein wenig durch die Messehallen und fahren anschließend in die Innenstadt zum Münster. Hier ist eine große Bühne mit ganztägigem Programm. Carbo-Loading heißt in Ulm Spätzle-Party. Da wir heute noch schönes Wetter haben ist auch viel los auf dem Platz. Wer Lust hat, kann um 18 Uhr am Marathon-Gottesdienst teilnehmen. Den Rest des Tages kann man hier gut in einer der vielen urigen Kneipen ausklingen lassen.

Sonntag – Marathontag: Start ist um 9 Uhr, also heißt es rechtzeitig da sein und in Ruhe umziehen und den Kleiderbeutel abgeben, der dann zum Ziel gebracht wird. Da Bernd Ortskenntnis hat, ist das kein Problem. Das einzige Problem wird heute das Wetter sein. Die Vorhersage hat für Ulm den ganzen Vormittag Regen angesagt und das bestätigt sich schon, als wir um 7 Uhr das Haus verlassen. Wir sind kurz vor 8 Uhr an der Donauhalle und alle Teilnehmer zieht es in die warme und trockene Halle. Von 8 Uhr bis 8:21, genau (21 = Halbmarathon) gibt es eine Andacht in einem Nebenraum der Halle, die heute Morgen gut besucht ist.

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Informationen: Einstein-Marathon
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