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Laufberichte

Stadt, Land, Fluss

 

Die trauen sich was! Das war mein erster Gedanke bei der Vorstellung, in Ulm Marathon zu laufen.Und: Wie soll denn das gehen? Denn das schwäbische Ulm ist mit gut 120.000 bzw. inklusive des benachbarten Neu-Ulm 180.000 Einwohnern zwar offiziell Großstadt, aber doch eine eher kleine. Und es gibt viel größere Städte, die mit der Ambition der Ausrichtung eines Marathons schon gescheitert sind.

Betrachtet man die Anmeldezahlen, geht das Staunen weiter. Über 12.000 Teilnehmer sind 2017 gemeldet. Das klingt beeindruckend. "Diversifikation" heißt das Zauberwort. Denn geboten wird ein wahrlich bunter Strauß von Distanzen (5, 10, 21, 42 km) und Disziplinen (Einzel-/ Staffel-Läufer, Nordic Walker, Inlineskater, Handbiker). Immerhin fast 650 der Melder wollen sich als Einzelläufer in der Königsdisziplin, dem Marathon, beweisen. Mit über 4.900 den mit Abstand größten Zulauf hat allerdings der Halbmarathon. Damit ist der Ulmer Halbe unter den Top 15 der Republik.

Sehr sympathisch ist mir, dass der Marathonkurs ein reinrassiger Einrundenkurs ist. Denn dies ist eher die Ausnahme als die Regel bei den heutigen Marathonstadtkursen. Nur: Wie packt man einen Einrundenkurs in eine Kleingroßstadt? Beim Betrachten des Liniengewirrs auf dem Streckenplan wird mir nur klar: Das ist eine logistische Leistung der höheren Art. Vielleicht am besten charakterisiert wird der Kurs durch den bekannten Zungenbrecher "in Ulm, um Ulm und um Ulm herum".

 

Start vor der Ulmmesse

 

Mein erster Weg vor dem Start führt mich in die Donauhalle auf der Ulmmesse, eingebettet in die Parklandschaft der Friedrichsau am nordöstlich Stadtrand. In den weitläufigen Hallen finde ich die Marathonmesse ebenso wie die Startnummernausgabe. Alles ist sehr großzügig angelegt. Selbst die LKWs für den Kleidersacktransport zum Ziel warten innerhalb der Hallen, was überaus angenehm angesichts der feucht-kalt-nebeligen Witterung am Laufsonntagmorgen ist.

 

 
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Dem überaus erfrischenden Morgennebel ist wohl auch zu verdanken, dass das Gros der Läufer gerne etwas länger als üblich in den kuschelig warmen Hallen verweilt, bevor leichtgeschürzt der finale Gang zur langen Startgeraden auf der Böfinger Straße vor der Donauhalle ansteht. Erst kurz vor dem Start wird es hier so richtig voll. In einen der vier Startblocks A bis D gemäß anvisierter Zielzeit müssen wir, die Starter der Halb- und Vollmarathondistanz, uns einreihen. Wobei das nicht streng kontrolliert wird.

Um 9:10 Uhr ist es so weit. Nach dem finalen Countdown wird Block A auf die Laufreise geschickt. Leicht zeitversetzt folgen die anderen Blocks. Keine schlechte Idee, auf diese Weise das Läuferfeld von Anfang an zu entzerren.

 

Donaurun

 

Dass dieser Marathon nicht nur durch die Städte Ulm und Neu-Ulm, sondern nicht minder durch die „Hausflüsse“ Donau und Iller geprägt wird, wird sogleich nach dem Start klar. Stromaufwärts  am Ufer von Europas längstem Fluss entlang werden wir zunächst vier Kilometer weit aus der Stadt hinaus gelotst. Ein sehr entspannender Einstieg. Vom träge und leise dahin strömenden Fluss können wir durch das dichte Grün zwar nur ab und an einen Blick erhaschen, aber die meditative Ruhe, die die Donau ausstrahlt, scheint sich dennoch auf den Trab der Läufer zu übertragen.

 

 
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Hinter Thalfingen queren wir zum ersten von vier Malen die Donau und wechseln damit auch das Bundesland. Baden-Württemberg ade, Servus Bayern, heißt es. Wenn auch nur für ein Weilchen. Unser Kurs dreht in die Gegenrichtung. Zurück geht es gen Stadt, was auf dieser Seite der Donau bedeutet: gen Neu-Ulm. Allerdings führt der Kurs nun nicht direkt entlang des Flusses, sondern in zahllosen Windungen durch die Natur rundherum. Für Auflockerung sorgt eine kurze Pendelpassage, auf der sich die gegenläufigen dichten Läuferströme ziemlich nahe kommen. Ansonsten bestimmen Wiesen, Wald und Äcker, gelb leuchtender Raps und hoch aufragender Mais das Bild.

Ein Golfplatz signalisiert: Die Zivilisation kann nicht fern sein. Bei km 10 stoßen wir wieder auf die Donau und folgen dem lauschigen Uferweg.

 

 

Neu-Ulm

 

 

Und plötzlich ist es vorbei, das Donau-Idyll. Bei km 12 werden wir ziemlich abrupt vom Fluss weg und geradewegs in das Zentrum Neu-Ulms hineinverpflanzt. Der erste Eindruck ist eher ernüchternd. Man kann nicht wirklich sagen, dass Neu-Ulm ein heißer Aspirant für einen städtebaulichen Schönheitspreis wäre.

Nichtsdestotrotz: Der Kurs durch die Innenstadt ist ein Beispiel für die schon erwähnte besondere logistische Leistung der Organisatoren. Denn angelegt ist er wie ein Spinnennetz, das man über den Stadtkern gelegt hat. Rechts, links, um die Ecke, ständig wechseln wir die Laufrichtung und dürfen so das Zentrum in all seinen Facetten erleben. Immer wieder berühren sich die Streckenpassagen, sehe ich die anderen Läufer, aber nichts laufen wir doppelt.

 

 
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Ein weiteres Highlight sind die vielen Musikgruppen. 24 sollen es sein, die entlang des Gesamtkurses platziert sind, vor allem im städtischen Ballungsraum und primär aus dem Rock-Genre, auch wenn natürlich Sambatrommler und Volkstümliches nicht fehlen. An fast jeder Ecke scheint eine Gruppe aufzuspielen. Bisweilen höre ich den Sound der einen Band noch im einen Ohr, während der Schall der nächsten Band schon an mein anderes Ohr dringt. Die winkelige Streckenführung bedingt zudem, dass so manche Gruppe zwei Mal für die Läufer aufspielt.

Mein persönlicher Favorit ist „Farmer Sally“: gecoverter Rock, aber richtig gut. Gleich am Eingang der Glacis-Galerie, einem modernen Shopping Center, stehen sie. Und hier erleben wir ein weiteres Special des Neu-Ulmer Kurses: Denn er führt nicht an der Galerie vorbei, sondern mittendurch. Nette Idee.

Knappe drei Kilometer währt unsere Stippvisite in Neu-Ulm, dann dürfen wir uns schon wieder verabschieden. Die Gänstorbrücke bringt uns über die Donau und geradewegs nach Ulm.  

 

Sightseeing in Ulm

 

Vorbei am Congress-Centrum umrunden wir der Münchner Straße folgend zunächst die Innenstadt in einem weiten Bogen. Das Zundeltor, überragt vom Seelturm, einst Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung, und die Fachwerkhäuschen dahinter verheißen einen netten Einstieg in die Altstadt.

Optisch nicht wirklich prickelnd ist jedoch der weitere Weg entlang der direkt ins Stadtzentrum führenden Neuen Straße. Wenig harmonisch und insbesondere auch wenig attraktiv wirkt die Bebauung. Verständlich wird das, wenn man bedenkt, dass auch und gerade Ulm im letzten Weltkrieg schwer durch den Bombenhagel gebeutelt wurde, sodass von der alten Bausubtanz nur noch bruchstückhaft Teile erhalten sind und beim Wiederaufbau einst primär die Devise „günstig und praktisch“ galt.

Die zunehmende Dichte von Zuschauern, musikalischer Untermalung und Geschäften sind klare Indizien, dass der Stadtkern erreicht ist. Ein emotionaler Empfang wird uns hier bereitet. Man spürt, wie die Veranstaltung von den Ulmern mitgetragen wird. In Scharen säumen sie die abgesperrte Lauftrasse, lautstark begleiten uns Geklatsche und Anfeuerungsrufe auf unserem Weg.

Mit seiner überaus opulenten Fassadenbemalung ein wahrer Eyecatcher ist das Rathaus, dessen Wurzeln bis ins 14. Jahrhundert zurück reichen. Ein Schlenker führt uns um das Gebäude herum. Hinter dem Rathaus türmt sich als optischer Kontrapunkt der moderne, gläserne Palazzo der Stadtbibliothek mit seinem markanten, 36 m in den Himmel ragenden Pyramidendach auf. Das hat was. Auch sonst fällt auf, dass chice, ausgefallenere Neubauten hier zunehmend das Nachkriegseinerlei ablösen, darunter etwa die neue Synagoge.

 

 
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Nicht so recht erfolgreich ist allerdings meine Ausschau nach der architektonischen Berühmtheit der Stadt: Dem Turm des Münsters. Mit 161,53 Metern ist er der höchste Kirchturm der Welt und überragt selbst die Türme des Kölner Doms um vier Meter. Im Moment verhindert allerdings zäher, sich hartnäckig bis in Bodennähe haltender Hochnebel die freie Sicht in den Himmel und lässt vom Turm nicht mehr als ein Stück Rumpf erkennen.  

Teil eins unserer Sightseeing Tour durch Ulm endet nach 17,5 km. Mit der Herdbrücke lernen wir die dritte Donaubrücke kennen. Nach einer kurzen Schleife auf Neu-Ulmer Terrain finden wir uns am Jahnufer wieder und genießen am jenseitigen Donauufer eine trotz des Hochnebels eindrückliche Flussansicht der Ulmer Altstadt: Ganz vorne die Stadtmauer, dahinter die teils mittelalterlichen Spitzdächer der Häuser, daraus empor ragend das Rathaus, die Bibliothek und der Metzgerturm, im Hintergrund nur schemenhaft die mächtige Silhouette des Münsters. Bei Sonnenschein und blauem Himmel ohne Zweifel ein Postkartenpanorama.  

Zu Füßen der Stadtmauer sehe ich eine lange Karawane dahin eilender Läufer. Und ich weiß: Da werde ich nicht dabei sein. Denn unterwegs sind da drüben nur die Halbmarathonläufer. Es dauert  nicht mehr lange, bis es bei km 19 so weit ist. Ein Schild weist den Weg: Marathonis geradeaus, Halbmarathonis rechts. Über den sogenannten Steg geht es für diese ein letztes Mal über die Donau, im Weiteren das Donauschwabenufer zu Füßen der Stadtmauer entlang und nach einer finalen Schleife durch die Altstadt auf den Münsterplatz, dem gemeinsamen Ziel aller Läufe.

Schlagartig wird es leer auf dem Laufkurs. Kein Wunder, wenn 85 % des Läuferfelds entfällt. Jenseits der Adenauerbrücke, unter der wir bei km 19 hindurchtauchen, umfängt uns ganz plötzlich wieder die pralle Natur. Auf einem schmalen, teils geschotterten Weg folgen wir über Kilometer dem Verlauf der von der Donau abzweigenden Iller. Völlig umhüllt sind wir von geradezu dschungelartigem Grün, das uns jedoch fast stets freien Blick auf den stillen Fluss gewährt.  

Aus dem meditativen Trab geschreckt werden wir erst wieder bei km 22,5. Hier werden wir auf und über eine Illerbrücke gelotst. Der Straße jenseits der Brücke folgend bietet sich ein zumindest im ersten Moment ungewöhnlicher Anblick. Mit Trassierbändern ist die komplette Straße in vier Bahnen unterteilt, auf denen vereinzelte Läufer, mal in der einen, mal in der anderen Richtung, unterwegs sind. Ich ahne schnell: Jede dieser Bahnen wird zu unterschiedlichen Zeitpunkten von mir zu durchlaufen sein. Ganz schön kompliziert. Aber Gedanken muss ich mir keine machen. Ich werde ganz automatisch auf die jeweils richtige Spur gelotst.

 

Ausflug zum Kloster Wiblingen

 

Bahn Nummer eins ist schnell bewältigt. Der folgende Abzweig bringt uns entlang einer Mauer zu einer Pforte: Klostereingang heißt es da. Und gar nicht weit türmt sich ein beeindruckender massiger Gebäudekomplex inmitten weitläufiger Parkanlagen.

Kloster Wiblingen ist erreicht. Die schon 1093 gegründete und bis 1806 bestehende einstige Benediktinerabtei ist heute Teil des Universitätsklinikums Ulm. Für uns Läufer stehen die  Klosteraußenanlagen zur läuferischen Erkundung bereit und so geht es durch diverse Tore, Höfe und den Park einmal rund um die Hauptgebäude herum.

 

 
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Besonders schön gelegen ist bei km 24 die Verpflegungsstelle im sogenannten Lustgarten des Klosters. Wie eigentlich immer warten auch hier schon die Helfer engagiert auf die Ankömmlinge und reichen Becher mit Wasser und Isogetränken. Überhaupt: Die Versorgung ist auf dem gesamten Kurs vorbildlich. Alle zwei bis drei Kilometer ist ab km 5 ein Posten eingerichtet. Mit zunehmender Kilometerzahl steigt das Verpflegungsangebot und sieht im fortgeschrittenen Stadium auch Cola, Nüsse, Bananen und Energieriegel vor.

Auf demselben Weg, den wir ins Kloster genommen sind, geht es nach der Umrundung auch wieder hinaus. Kurz darauf gibt es das erwartete Wiedersehen mit der schon bekannten Pendelpassage. Bahn um Bahn, auf und ab, gilt es nun zu absolvieren, wobei nach jeder Bahn ein neuer läuferischer Ausflug in die Umgebung ansteht, etwa auf einem fast schon trailartigen Pfad durch den Wald und einer weiteren Passage entlang der verschlafenen Iller.

Ein letztes Mal queren wir nach 30 km die Iller. Querfeldein führt unser Weg durch Wiesen und Felder in Richtung Ulm. Die mit Macht durch die Wolken brechende Sonne lässt die Natur erstrahlen. Und nicht nur die. Wie eine Fata Morgana sehe ich am Horizont einen mächtigen Kirchenbau aus dem Wald ragen. Es ist das Ulmer Münster, nun in voller Größe und Pracht. Geradezu weltentrückt wirkt es aus der fernen Perspektive, denn vom Rest der Stadt ist nichts zu sehen. Zwei langen Bauphasen, von 1377–1543 (!) und 1844–1890, verdankt das gotische  Münster sein heutiges Aussehen. Und es ist fast schon ein Wunder, dass es im Gegensatz zum Rest der Altstadt die Luftangriffe des letzten Weltkriegs weitgehend unbeschadet überstanden hat und damit eine Bauzeit von insgesamt über zweihundert Jahren nicht auf einen Schlag zunichte gemacht wurde.

Das Nächste, was unsere Aufmerksamkeit nach 32 km erregt, ist etwas sehr viel Profaneres: Das Donaubad, ein großes Erlebnisbad am Stadtrand Ulms. Das Bad für sich wäre an sich nicht das Besondere, wohl aber, dass unsere Laufstrecke mitten durch das Schwimmbad, vorbei am 50 m-Schwimmerbecken und am Sprungturm, führt. Nur ein paar Schritte weiter grüßen die Fluten der Donau und wir wechseln über die Adenauerbrücke, begleitet von einem Prachtblick auf das Münster, ein letztes Mal das Ufer.

 

Ulm reloaded

 

Was so ein paar Sonnenstrahlen und ein wenig blauer Himmel alles ausmachen können. So grau und trüb mir die Stadtkulisse vor gerade einmal eineinhalb Stunden vorgekommen ist, so bunt und fröhlich wirkt sie jetzt. Via Donauschwabenufer werden wir auf die mittelalterliche Stadtmauer gelotst und dürfen hoch oben auf der Mauerpromenade einen der ohne Zweifel schönsten Streckenabschnitte genießen. Rechts unter uns glitzert die Donau, zu unserer Linken zieht in viel Grün eingebettetes altes Fachwerk vorbei. Über allem thront der 1349 einst als Teil der Stadtbefestigung errichtete Metzgerturm, der sich als Schiefer Turm von Ulm eine gewisse Berühmtheit erworben hat. Bei einer Höhe von 36 Metern neigt er sich immerhin gute zwei Meter nach Nordwesten.

 

 
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Bedauerlich ist, zu Füßen des Metzgerturms die Mauerkrone wieder verlassen zu müssen. Aber auch die kurze Schleife, die sich durch die Innenstadt anschließt, hat es in sich: Rathaus und Bibliothek, überragt von den Türmen des Münsters, machen auf einmal sehr viel mehr her als bei der ersten Begegnung. Aber wie schon gesagt: Nur kurz ist dieses Intermezzo, schon werden wir durch eines der wuchtigen, alten Mauertore sozusagen „vor die Tür“ der Altstadt gesetzt und finden uns auf dem Uferweg direkt an der Donau wieder.

 

Via Friedrichsau ins Fischerviertel

 

34,5 km liegen hinter mir und die Ziellinie am Münsterplatz liegt zum Greifen nahe. Aber noch fehlen fast 8 km bis zum vollen Marathon. Sehr schön ist das Streckenstück, mit dem in Ulm diese 8 km gefüllt werden, aber auch eine mentale Herausforderung. Zu Füßen der alten Bastionsmauern, auf deren Krone man die Menschen fröhlich den Sonnentag genießen und die armseligen Läufergeschöpfe tief unten anfeuern, aber auch bedauern hört, traben wir, so gut wir es noch können, entlang der Donau dahin. Jenseits der Gänstorbrücke wird es schnell sehr still und einsam am Fluss. Das sich anschließende Grün der Friedrichsau hat alles, was ein herrliches Joggingrevier ausmacht. Es sei denn, man muss hier die letzten Kilometer eines Marathons bewältigen. Aber irgendwie vergehen die Kilometer dann doch. Die Wendeschleife kurz vor km 38 verheißt kurzzeitig ein kleines emotionales Hoch, ist doch gewiss, dass jeder Schritt jetzt in die „richtige“ Richtung führt, das heißt dem Ziel entgegen. Praktisch auf Höhe der Donauhalle sind wir hier, doch verrät die Natur nur wenig davon, wo wir uns gerade befinden.  

 

 
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Und wieder vergeht eine kleine Ewigkeit. Als ich endlich die Mauern der Adlerbastion nach 41,5 km erspähe, gibt mir das zusätzlichen Schub. Auf Höhe des Fischerviertels gewährt uns ein Tor wieder Einlass in die Stadt jenseits der Mauer. Und hier, in der kopfsteingepflasterten Fischergasse, präsentiert sich Ulm inmitten alter Fachwerkhäuser einmal mehr von seiner besonders idyllischen Seite. Dichtgedrängt sitzen die Menschen in den Lokalen und Cafes in der Sonne und genießen das herrliche Wetter. So nebenbei bekommen auch wir etwas von ihrer guten Laune ab.

Eine letzte Schleife ist noch zu drehen, da sehe ich direkt vor mir in voller Größe jenen imposanten Turm aufragen, der das Ziel unserer heutigen Laufreise markiert. Den Turm des Ulmer Münsters.

 

Finish auf dem Münsterplatz

 

Die letzten Meter muten wie ein Triumphzug an. Dicht an dicht säumen Zuschauer die Absperrungen und feuern zum finalen Einlauf unter dem Zielbogen an. Was für eine Kulisse! Selten habe ich bei einem Citymarathon solch einen Auflauf erlebt. Nicht nur im abgesperrten Läuferbereich, wo wir medaillendekoriert an üppig gefüllten Tischen verbrauchte Kalorien, auch in flüssiger Form vom Ulmer Gold Ochsen, wieder auffüllen können, sondern auch auf dem Münsterplatz selbst und in den Straßen und das Münster herum, herrscht Volksfeststimmung, stehen Fressbuden, spielen Musikgruppen.

 

 
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Kaum sind auch die langsameren Marathonis eingelaufen, füllt sich der Zieleinlauf schon wieder. Jetzt sind es die erst um 13 Uhr gestarteten 10 km-Läufer, immerhin auch an die dreitausend, die für neuen Schwung und Stimmung sorgen. Eine gute Idee, die auch den eher spärlich eintröpfelnden Marathonis ein besonderes Zielerlebnis garantiert.

 


 

Nein, ein Wunder ist es nicht, dass ausgerechnet der Ulmer Marathon ein echtes Erfolgsprojekt ist. Wenn ein abwechslungsreiches Streckenkonzept aus „Stadt, Land, Fluss“, eine professionell wie fürsorglich agierende Organisation und eine begeisterungsfähige Bevölkerung zusammen kommen, dann sind alle Ingredienzien für ein besonderes Lauferlebnis gegeben. Und das hat sich mittlerweile offensichtlich herum gesprochen.

 

Informationen: Einstein-Marathon
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