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Laufberichte

5. Einstein-Marathon – ein kleines Jubiläum

20.09.09

Nach dem 100er bin ich zum zweiten Mal bin ich 2009 in Ulm, diesmal zum  Einstein-Marathon. Die fünfte Auflage, ein kleines Jubiläum und Ansporn zum Weitermachen. Für meine Vereinskollegen ein kleiner Laufausflug übers Wochenende. Mit Erfolg, oder Erfahrung gewonnen? Lest einfach weiter.

Von langer Hand wird der Ausflug in das Großzentrum Ulm/Neu-Ulm geplant. Unser Trainer Siggi Stachel wollte im Frühjahr ein besonderes Ding für den Herbst organisieren. Es kam der Vorschlag für den Einsteinmarathon. Ulm ist nicht weit weg und immer für ein Wochenende gut. Und eine Laufmöglichkeit gibt es in der Stadt an der Donau im September auch. Vielleicht hat einer der Berichte auf m4y über den Einsteinmarathon den Ausschlag gegeben.

So kommt es, dass insgesamt elf Läuferinnen und Läufer mitmachen, trotz der vielen Termine an diesem Wochenende. Da könnte man ja auch in Berlin, Karlsruhe, am Brombachsee, in Neumarkt oder zwischen Weiden und Amberg laufen. Aber die eine oder andere Veranstaltung läuft uns und mir nicht davon.

Ein Teil der Ausflügler ist bereits am Samstag auf der Reise nach Ulm. Die Sonne scheint fast noch sommerlich vom Himmel, als wir in der Innenstadt Ulms ankommen. Das kleine Hotel ist gerade mal fünfzig Meter vom Münsterplatz entfernt. Wir beziehen unsere Zimmer und schauen uns sogleich das morgige Ziel vor dem Münster an. Hier tut sich noch gar nichts. Doch halt, es ist Wochenmarkt. Die Händler verkaufen ihre letzten Waren und räumen dann zusammen.

Im nebenliegenden Stadthaus ist die Ulm/Neu-Ulm Touristik untergebracht. Mit ein wenig Glück können wir uns einer Stadtführung anschließen. Unser Weg führt an die Blau, die hier in zwei Flussarmen Richtung Donau fließt. Das diente in der Vergangenheit einzig allein dem Gewerbe, denn so konnte man doppelt so viele Betriebe mit Wasserbedarf ansiedeln.

 
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Das Fischer- und Gerberviertel ist geprägt mit malerischen Häusern, Brücken und Plätzen. Eine kleine Straße hat den Namen „Vaterunsergasse“. Nein, hier ist keine Kirche oder Kapelle, die den Namen gegeben hat - die Länge der Straße ist maßgeblich. Man soll ihr entlang gehen und ein Vaterunser beten, dann ist man beim Amen am Straßenende angelangt, so die Stadtführerin.

Wenn man sich umsieht, dann finden wir einige schiefe Häuser. Ursache war das Donauwasser, Änderungen im Grundwasserstand und natürlich falsche Maßnahmen der Bewohner, dieses zu reduzieren. So ist das „Schiefe Haus“ (Fachwerkbau aus dem 15./16. Jahrhundert) ein besonderes Schmuckstück, das mit viel Liebe und einen Haufen Geld zu einem Hotel renoviert wurde. Die dortigen Möbel haben höhenverstellbare Füße. Gleiches gilt für die Betten. Es fällt also keiner aus seiner Schlafenskiste, wenn man sich hier einquartiert.

Spazierenderweise können wir dann auf der Stadtmauer (1480 erbaut) einen Blick auf die Donau und das gegenüberliegende Neu-Ulm werfen. Die Flussmitte ist die Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg. Dass beide Länder nicht gegeneinander arbeiten, dass sieht man hier auf Schritt und Tritt. Gemeinsam bedient man sich der Tourismus GmbH, macht auch den öffentlichen Verkehr, bringt die Wirtschaft voran und Kinder wechseln für den Schulbesuch ohne Probleme die Stadtgrenze. Und wir werden morgen, ich weiß nicht wie oft, auch die Stadtgrenze wechseln.

An der Stadtmauer sehen wir den Metzgerturm (um 1349 erbaut). Der könnte dem Schiefen Turm von Pisa fast Konkurrenz machen. 2,05 Meter ist er aus der Senkrechten geneigt. Früher wurden da die „finsteren“ Gesellen eingesperrt.

Was mich immer wieder beeindruckt, das ist das Ulmer Rathaus. 1370 wurde es als Kaufhaus erbaut und ab 1419 dient es bis heute als Rathaus. Wir finden eine astronomische Uhr (ähnlich wie die in Prag), viele Wandmalereien (aus 1540) und figürlicher Schmuck. Viele Stadtwappen zeigen den mittelalterlichen Handel mit anderen Städten. Ebenfalls zu sehen ist die Ulmer Schachtel (Donauschiff).

Das soll es jetzt gewesen sein mit meinen Informationen zu Ulm. Ich könnte problemlos noch einige Seiten füllen.

Nach der Besichtigung gehen wir entlang der Donau Richtung Messe. Leider ist zwei Läufern, deren Name ich hier verschweige, der Spazierweg zu lange. So nehmen wir doch für zwei Stationen die Straßenbahn.

 
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In der Donauhalle ist die Marathonmesse aufgebaut. Für das eine oder andere Schnäppchen finden sich Zeit und Euros. Der Siggi will noch ein Funktionsshirt von 2008 und kann mit Handelei (er ist kein Schwabe und auch kein Schotte) den Preis drücken („für fünf EUR nehm ich das mit“).

Die Startunterlagen sind schnell empfangen. Der gelbe Chip kann an einer Stelle noch kontrolliert werden. Was ist denn morgen alles möglich? Nun, neben dem Marathon auf einer großen Schleife ist ein halber (Laufen und Nordic Walking) sowie ein fünf und Zehn-Kilometer-Lauf möglich. Die Jugend- und Schülerläufe werden gerade durchgeführt, denn einzelne Kids sehen wir schon mit ihren Medaillen herumlaufen.

Im Vorraum der Halle hängen bereits die Luftballons und die Startnummern der zahlreichen Pacemaker. Ein sehr gut deutsch sprechender Franzose kann mit dem Wort “Zugläufer“ nichts anfangen. Ich kläre ihn auf und erfahre so nebenbei, dass er morgen seine Marathonpremiere feiert.

Auf zur Pastaparty am Münsterplatz, die hier in Form von Spätzle daherkommt. Spätzle sind ja für die Schwaben eine Leibspeise, so wie bei uns der Knödel. Spätzle gibt es für uns bis zum Abwinken, denn die Gutscheine der erst morgen anreisenden Vereinskollegen werden regelrecht aufgefressen. Die Elke kann dann keine Spätzle mehr sehen und holt sich eine rote Wurst und ein Glas Rotwein dazu. Das gibt Power für ihren Angriff auf die Halbmarathonbestzeit.

Da es noch zu früh ist, sich zur Ruhe zu begeben, machen wir am Abend eine Einkehr in einer Wirtschaft an der Blau. Geschäftig sind die Ulmer und Neu-Ulmer, denn heute findet die Kulturnacht statt. 92 Veranstaltungsorte, 500 Künstler für neun EUR. Konzerte, Ausstellungen, Kunst, Kinderprogramm. Nahverkehrbenutzung inklusive. Ja, und tagsüber ist der Aktionstag „Ohne Auto-mobil“. Da können die öffentlichen Verkehrsmittel von Münsingen im Norden bis Ochsenhausen und Bad Buchau im Süden für Freizeitaktivitäten kostenlos genutzt werden.

Am nächsten Morgen gibt es bereits um 06.30 Uhr das Frühstück. Im Anschluss begeben wir mit der Straßenbahn wieder zur Donauhalle. Dort ist schon das ganze Startareal aufgebaut. Nach kurzer Telefoniererei ist die ganze Neuburger Sippschaft versammelt und kann so auf den Chip gebannt werden. Nach dem Lauf läuft wie anderswo auch hier sogleich alles wieder davon. Dann hamma des a erledigt. Die nicht benötigten Kleider können in die bereitstehenden Lkws verstaut werden. Die Rückgabe erfolgt dann am Münster gegen Vorzeigen der Startnummer.

 
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Der eine oder andere Bekannte läuft mir dann auch noch über den Weg. Für ein paar Worte ist immer noch Zeit. m4y-Autor Bernie ist auch darunter. Er kommt aus der Fuggerstadt Augsburg und hat heute noch weniger zu fahren als ich. Ach ja, 2010 wird da der Friedensmarathon, passend zum Augsburger Friedensfest, veranstaltet. Da möchte ich dann auch berichten. Ist aber noch ein Weilchen hin.

Die Zeit schreitet voran. Die rund 4000 Halbmarathonis und die 1000 Marathonis kommen erst mit Verzögerung in den Startblock. Zumindest im A-Block wird gnadenlos an der Startlinie kontrolliert. Wer seinen Zettel nicht am Mann hat, muss sich was einfallen lassen. Ich lungere an der Startlinie herum und kann so einiges von den Favoriten, Geheimfavoriten und Lokalfavoriten erfahren.

Der engagierte Artur Schmidt, wer kennt ihn nicht, weiß über die Läuferszene bestens Bescheid. Ich höre und sehe den sympathischen Herborner sehr gerne bei seiner Moderatorenarbeit.

Dann ist es soweit. Punkt neun Uhr erfolgt der Startschuss für das große Marathonfeld. Ohne große Hektik setzt sich das Feld in Bewegung. Es ist nicht kalt, vielleicht knappe 15 Grad, es ist bedeckt und den einen oder anderen Tropfen habe ich auch schon auf meinem „verlängerten“ Gesicht gespürt. Sicherlich werden wir heute schwitzen, da bin ich mir sicher, aufgrund der hohen Feuchtigkeit.

 
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Ich bleibe einige Male für meine Fotoarbeit stehen und sehe, dass die zwei Pacemaker für 1.29 (Halbmarathon) und 2.59 (Marathon) vorbeiziehen. Ob sich da viele dranhängen, das kann ich noch nicht beurteilen, dafür ist das Feld noch zu kompakt.

Dann sehe ich den Daniel Müller. Mit ihm werde ich im November über den großen Teich für gut drei Wochen in die Staaten verreisen. New York, Las Vegas und die Nationalparks, das wollen wir uns antun. Mit wenig Verspätung will ich natürlich auch berichten. Ich wechsele ein paar Worte und schicke dann Daniel weiter. Er wird nach seiner längeren Verletzung in 1.35 Stunden für den Halben einlaufen.

Von einer Zille auf der Donau höre ich Guggamusik. Leider sind jetzt die Lichtverhältnisse aufgrund der Bäume nur sehr eingeschränkt. Aber diese Kapelle werden wir auf der anderen Donauseite noch einmal sehen, da bin ich mir sicher. Kurz vor dem Kilometerschild drei wechseln wir nach Schwaben. Ach ja, für den Unterschied Schwaben (Württemberger) und Schwaben (Bayern), da fragt ihr am besten den Bernie. Der isch au a Schwab.

Dann kommt Petra von hinten und macht sich bemerkbar. Sie habe ich letztes Jahr in Berlin zur Bestzeit begleitet. Heute rennt sie den Halben in 1.46 Stunden und ist damit hoch zufrieden. Auch sie lasse ich weiterziehen.

Kilometer vier. Wir sind mittlerweile in Obertalfingen angelangt. Schon viele Zuschauer haben sich versammelt. Einige Kinder stehen mit Klappern und Ratschen am Rand, andere wollen abgeklatscht werden. Ein DJ sorgt für Unterhaltung.

Auf der Hauptstraße geht es über die Donau und dann folgt nach Kilometer fünf die erste V-Stelle, wo wir Wasser bekommen können. Ich greife mir einen Becher und laufe dann weiter Richtung Pfuhler See und Steinhäule. Hier muss es in der Nacht ein wenig geregnet haben, denn die Straße ist nass.

In Pfuhl werden wir standesgemäß von einer Blaskapelle unterhalten. Der Dirigent grinst, als ich mich um eine günstige Fotoposition bemühe. Abermals stehen Kinder zum Abklatschen am Ortsende von Pfuhl bereit.

Kilometer elf: Die Ortschaft Striebelhof und der Golfplatz Neu-Ulm liegen hinter uns. Rechterhand liegt die Donau. Jetzt laufen wir an den vielen Schildern vorbei, die von den Angehörigen bemalt wurden. Die stehen im Abstand von fünf bis zehn Metern. Ich versuche, möglichst viele zu lesen und will das eine oder andere auch knipsen. Einige sind richtige Kunstwerke geworden. Die kurz nach dem Start aufspielende Musik auf der Zille ist jetzt an dieser Donauseite zu sehen.

 
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Kilometer zwölf: Die neu geteerte Augsburger Straße führt uns in die Stadtmitte Neu-Ulms. Ein einzelner Musiker mit seinem Akkordeon steht rechts. „Schneller Ihr Säcke, “ zeigt uns ein Fan auf einem Unicef-Schild. Ich muss lachen. Am beginnenden Gegenverkehrsbereich spielt eine weitere Guggenmusik. Ja, das mit der Platzwahl ist clever gelöst. So können wir die Unterhaltung zweimal genießen. Auf der anderen Seite kommt gerade die Spitze des Frauenfeldes dahergerauscht.

Bei Kilometer 14 laufen wir entlang der Glacis-Anlage und kommen dann später in die Nähe des neu gebauten Neu-Ulmer Bahnhofs. Von einer Überführung schauen wir auf die Verfolger herab. Fast einen Kilometer Vorsprung haben wir da auf die unter uns Laufenden. Aber die Rangfolge kann sich ja noch ändern. Immer wieder kommen Aussichtspunkte, wo das Ulmer Münster im Dunst unscharf zu sehen ist. Und immer wieder Nachwuchsbands, die Hardrock spielen. „Highway To Hell“ kann ich mehrmals hören.

Bei Kilometer 16 laufen wir wieder an der Donau entlang und dann anschließend über die Herdbrücke ins Württembergische. „Von Ulm nach Neu-Ulm muss man immer über d’Bruck num!“ sagt man da und das gilt auch umgekehrt. Bei Kilometer 17 sind wir in Ulms Neuer Mitte. In der Kunsthalle Weishaupt (2007 eröffnet) findet man Werke von u. a. Picasso und Warhol. Ein paar Meter weiter sind rassige Tänzerinnen zu sehen. Zu den Klängen einer Sambaband zeigen die ihr Können.

Wir biegen links ab und sehen dann auf der rechten Seite das Rathaus, wo sich viele Zuschauer versammelt haben. Ein wenig Acht geben müssen wir beim Richtungswechsel, denn der Boden ist nass und es liegen Hunderte von Pappbechern von der vorherigen Getränkestelle da.

Um die City Dancers bei ihrer Vorführung zu sehen, dafür bin ich um Augenblicke zu früh dran. Sie machen sich gerade fertig. Es geht wieder „über d’Bruck num“ nach Bayern. Da können wir dann durch ein Spendentor laufen. Die fälligen drei EUR kommen dann einem gemeinnützigen Zweck zugute. Vor der St. Johann-Baptist Kirche steht das Spendentor. Das Gotteshaus wurde 1921 bis 1927 in expressionistischer Weise umgebaut.

Es geht kurz durch Neu-Ulms Mitte und dann schwenkt unser Kurs wieder an die Donau heran. Von allen Ecken und Enden höre ich Musik. Alles was man sich vorstellen kann: Rock, Hardrock, Swing, Blasmusik, Techno.

Kilometer 20: Wir haben den Fluss beim Steg unweit der Oberen Donaubastion (Roxy) überquert und laufen jetzt entlang der Stadtmauer. Dann folgt die frühzeitig angekündigte Streckentrennung. Zwei Helfer geben noch Hinweise, wer wo zu laufen hat. Das Feld dünnt sich gehörig aus. Ich glaube von fünf bis sechs Läufern macht höchstens einer den langen Kanten.

 
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Es folgt nun das vier Kilometer lange Pendelstück entlang der Donau. Der Wechselpunkt ist fast auf Höhe der Messe. Auf dem Pendelstück komme ich kurz mit Erwin Kiesel aus Rannungen (Nähe Schweinfurt) ins Reden. Sein Verein, der TSV Rannungen, veranstaltet im September 2010 einen Jubiläumsmarathon. Das wäre auch was für mich. Bei Kilometer 23 wenden wir. Einer im Verfolgerfeld mault wegen der Wendestrecke. Ich finde den Teil gar nicht so schlecht. So können wir die vor uns Laufenden und die Verfolger beobachten.

Unter der Gänstorbrücke steht eine Zille, worauf eine Blasmusik spielt. Just als ich vorbeilaufe, endet das Stück. Ich schreie „Zugabe“, worauf unverzüglich ein „glei“ kommt. „Sofort“ ist meine Gegenreaktion.

Ein kurzer giftiger Anstieg beim Metzgerturm und Marktplatz bringt uns hoch zur Stadtmauer. Es fängt nun gehörig zu regnen an. Ich sorge mich um meine Kamera und wickele sie sorgfältig in die Plastiktüte.

Wir verlassen nun Ulm, lassen die Musik schnell hinter uns und laufen donauaufwärts entlang der Illerstraße und der daneben befindlichen Bahnlinie. Ich kann wenige Marathonis ein- und überholen, eigentlich nur deswegen, da ich nun weniger fotografiere. Darunter sind Manfred Ahrendts und Silke Konold, die sich beide miteinander die Zeit vertreiben.

Bei Kilometer 30 überqueren wir am Kraftwerk erneut die Donau. Ich schiebe mir bei der dortigen V-Stelle ein Gel ins Maul. Vielleicht kann ich noch den 3.30 Pacer erwischen. Bei der vorherigen Wende war er aber ein ganzes Stück voraus.

Ein paar Kilometer später fängt es im Ranzen zu Gurgeln an. Vielleicht hätte ich das Vollkornbrot zum Frühstück liegen lassen sollen. Aber wie sagt der Volksmund: „Liaba an Magn verrenkt ois an Wirt wos gschenkt.“ Muss ich das übersetzen? Ich glaube nicht. Nun, die Verrenkungen im Bauch führen dann zu einem Boxenstopp. Als ich aus dem Gestrüpp herausgehe, feixt der mittlerweile aufgelaufene Manfred: „Du wirst doch nicht abkürzen.“ Seine Worte lassen mich dann durch hohe Brennnesseln laufen. Verdammt, nun habe ich auch noch was gegen’s Rheuma in der Beinmuskulatur getan.

Kilometer 35: Nochmals ein Highlight, nicht nur für mich. Wir umlaufen das Kloster Wiblingen und biegen dann in den Klosterhof ein. Trotz des mittlerweile wieder einsetzenden Regens haben sich zahlreiche Zuschauer eingefunden. Ich freue mich, denn es gibt hier Bier. Ich hebe den Becher mit einem „Zum Wohl“, worauf ich von den Zuschauern lautes Lachen höre. Und „der hat Zeit.“

Es geht kurz durch den Wiblinger Wald und dann sofort an die Iller, an der wir gut zwei Kilometer entlangrennen. Auf dem Kiesweg haben sich Pfützen gebildet. Bei Kilometer 40 sind wir wieder an der Adenauerbrücke.

Nach einem weiteren Kilometer überlaufen wir auf der Eisenbahnbrücke erneut die Donau, nun zum letzten Mal. Es geht entlang des Duft- und Tastgartens in Richtung Hauptbahnhof. Am Omnibusbahnhof wechseln wir die Richtung, laufen ein ganz kurzes Stück durch ein Kino und biegen dann auf den Münsterplatz ein. Arthur Schmidt kündigt fast alle Marathonis namentlich an. Und nun ist wieder einer geschafft. 3.32 Stunden, knapp vorbei an meiner Reporterschallmauer. Vielleicht war die Boxenstrategie schuld. Ist mir wurscht.

 
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Ich fotografiere eine Weile, bis sich meine Vereinskollegen, frisch geduscht, geschnäuzt und gekämmt, melden. Ja, denen ist es gut gegangen. Einige persönliche Bestzeiten sind auch darunter.

Der Versorgungsstrasse ist reich bestückt, so sagt man. Kann ich leider nicht persönlich feststellen. Ich habe mich eher an den Freibierstand orientiert. Da gibt es bleifreies Bier, bleifreies Weizen, leichtes Weizen und Radler. Nach drei Radlern merke ich den Alk in der Birne. Gut, dass ich nicht fahren muss.

Teilnehmer:

Über 12000 Sportler, davon 894 Finisher im Marathon

Streckenbeschreibung:

Rundkurs. Start und Ziel sind etwa zwei Kilometer voneinander entfernt. Absolut flach mit vielen Sehenswürdigkeiten. Jeder Kilometer angezeigt.

Zeitnahme:

Chip

Auszeichnung:

Medaillen und T-Shirts für alle. Urkunden zum Mitnehmen oder aus dem Internet.

Drumherum:

Duschmöglichkeiten beim Ziel. Gepäcktransport vom Start zum Ziel. Für die Rückfahrt mit dem ÖPNV reicht die Startnummer. Massagemöglichkeit. Nudelparty am Vortag. Läufermesse.

Verpflegung:

Viele Verpflegungsstellen. Zunächst mit Wasser, dann auch Iso, Bananen, Orangen, Riegel, am Ende auch Cola und Bier.

Zuschauer/Unterhaltung:

In der Innenstadt gute Stimmung. Unzählige Bands mit verschiedenster Musikrichtung. Ruhige Streckenteile ausserhalb der Stadt.

Fazit:

Der Einsteinmarathon hat mit sehr gut gefallen. Besonders hervorzuheben ist der Wechsel zwischen Citylauf, entlang der Gewässer Donau, Iller und Blau und auch die ruhigen Bereiche. Absolut schnelle Strecke. Absolut top organisiert. Der Lauf kann uneingeschränkt weiterempfohlen werden.

Marathon Finisher 894

Sieger
Männer

1. Schumacher, Richard, WMF BKK AST Süßen 02:36:29
2. Klaus, Maximilian, TF Feuerbach  02:36:423
3. Strecke, Michael, SSV Ulm 1846 02:39:42

Frauen

1. Bartels, Birgit, 03:01:11
2. Roth, Beate, SSV Ulm 1846 03:10:25
3. Veith, Pamela, LG Dettingen/Erms 03:12:21

Halbmarathon Finisher 3.537
Sieger
Männer

1. Kipchumba Kosgei, Titus, SSV Ulm 1846 01:05:03
2. Langat, Wesley (KEN), LCC Wien 01:05:53
3. Kriependorf, Thorsten, SSV Ulm 1846 01:12:46

Frauen

1. Jemeli Kipchonge, Pamela, SSV Ulm 1846 01:16:01
2. Berasniova, Alena (RUS), LCC Wien 01:16:15
3. Schmid, Heike 01:25:33

 

Informationen: Einstein-Marathon
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