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Laufberichte

Zwischen Burgen und Weinbergen

19.10.08

Der Vereinsausflug des VfL Bergheide geht in diesem Jahr zum Bottwartal-Marathon  Nachdem wir in den Vorjahren Berlin, Dresden und Magdeburg besuchten, wurden wir in diesem Jahr auch durch die große Anzeige im Marathon4youFlyer auf die Veranstaltung in Großbottwar aufmerksam.

Da nicht alle Vereinsmitglieder einen Marathon laufen wollen, suchen wir immer eine Veranstaltung, welche auch andere Strecken mit anbietet. Für Walker sollte ebenfalls etwas im Angebot sein. All dies ist in Großbottwar möglich. Neben dem Marathon wird hier nämlich noch ein 10 KM Lauf, Halb-, Staffel- und Teammarathon sowie verschiedene Walking Wettbewerbe angeboten. Also ist hier für jeden etwas dabei.

Am Freitagmorgen geht es in aller Frühe mit dem Bus Richtung Stuttgart. 36 Vereinsmitglieder sind dabei, 22 wollen davon am Sonntag aktiv werden. 5 haben sich für die Marathon- und 6 für die Halbmarathonstrecke entschieden. Der Rest wird 11 KM walken.

Wir haben unser Quartier in Schillers Geburtsstadt Marbach gebucht. Von hier aus kann man Großbottwar problemlos erreichen. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben, sehen wir uns noch etwas in der schönen Marbacher Altstadt um.

Am Samstagmorgen haben wir dann nach dem Frühstück eine Verabredung mit „Schillers Mutter“. Als Fremdenführerin zeigt und erklärt sie uns bei einem Stadtrundgang die Sehenswürdigkeiten Marbachs.

Am Nachmittag geht es nach Großbottwar um unsere Startunterlagen abzuholen. Bereits auf dem Weg können wir uns einen Eindruck von der schönen Landschaft mit den herrlichen Ausblicken auf Burgen, Weinberge und Wälder machen. Die Weinlese ist im vollem Gang und das Herbstfest der Bottwartal-Kellerei ist nun der Rahmen für den Marathonlauf.

Die Startunterlagen gibt es schnell in der hiesigen Kellerei, und morgen können wir hier unsere Kleidung zum Umziehen deponieren. Als Voranmelder erhalten wir noch ein schönes Teilnehmer T-Shirt, und gegen Zuzahlung von 10 Euro bekommen wir es als hochwertiges Funktionsshirt. Im Startbeutel ist die neue Printausgabe von Marathon4you, und macht schon wieder neugierig auf einige andere schöne Veranstaltungen. Eine kleine Flasche Wein der Kellerei ist auch noch dabei. Die trinke ich aber erst, wenn ich wieder zuhause bin.

Bereits heute finden der 10 KM Lauf und die Schülerläufe statt. Bald hören wir auch hier zum ersten Mal den Bottwartal-Marathon-Song, welchen man extra für dieses Ereignis komponiert hat. Man spürt sofort, dass die Organisatoren den Läufern und ihrer Begleitung ein tolles Lauferlebnis bieten wollen. In diesem Jahr findet der Lauf bereits zum fünften Mal statt, und man ist immer bemüht noch etwas perfekter zu werden.

Am Sonntagmorgen fahren wir mit unserem Bus von Marbach nach Großbottwar. Das Wetter verspricht einen schönen Herbsttag auch wenn es jetzt am Morgen mit 3 Grad noch etwas frisch ist. Ab 10 Uhr erfolgt der Start dann in verschiedenen Startblöcken nach gemeldeter Zielzeit. In fünf Minutenabständen werden 530 Marathon- und fast 2300 Halbmarathonläufer mit einem Kanonenschuss zusammen auf den Weg geschickt. Da der ChampionChip zum Einsatz kommt, wird automatisch die Nettozeit festgehalten.

 
Gleich gehts los
© marathon4you.de 13 Bilder

Ich starte zusammen mit meinen Vereinsfreunden Monika Weißenfels, Reinhard Schlutius, Lambert Lumer und Bernd Thülig über die Marathonstrecke. Durch den Blockstart ist das Feld entzerrt und ich kann sofort frei laufen. Bei Kilometer 1 überprüfe ich meine Zeit, da die Halbmarathonläufer zum schneller laufen verführen. Die Streckenführung erinnert grob an eine acht und besteht aus einer Nord- und Südschleife. Zuerst geht es aus Großbottwar hinaus Richtung Hof und dann nach Oberstenfeld. Hier ist KM 6 erreicht. Reinhard und ich laufen zusammen. Wir haben schon so manchen Marathon gemeinsam bestritten. Im Vorfeld musste er verletzungsbedingt die Vorbereitung etwas straffen, wurde aber doch gerade noch rechtzeitig wieder fit.

Weiter geht es über Gronau, bevor wir dann in Schmidhausen KM 10 erreichen. Meine Uhr zeigt hier 56:30. Alles im grünen Bereich.

Die Strecke ist leicht wellig aber ohne nennenswerte Steigungen und fast durchgehend asphaltiert. Natürlich ist sie amtlich vermessen und jeder Kilometer ist ausgeschildert. Spätestens alle 5 KM gibt es eine Verpflegungsstation mit Wasser und Isogetränken, später kommen auch noch Cola und Bananen dazu. Zusammen mit der schönen Landschaft kann man also diesen Lauf richtig genießen. In den schmucken Ortschaften stehen immer eine Menge Zuschauer welche die Läufer lautstark anfeuern. Was sonst wohl zum Verscheuchen der Vögel in den Weinbergen eingesetzt wird, soll heute den Läufern Beine machen.

Nun geht es in einem großen Bogen nach Beilstein. Die Sonne ist hervorgekommen und von weitem sieht man schon auf der Höhe das Schloss und die Burg Hohenbeilstein. Eine Jugendrockband heizt uns hier zusätzlich an.

Wieder gibt es eine Verpflegungsstation und wir haben KM 15 erreicht. Zurück laufen wir über Oberstenfeld auf der gleichen Strecke wie auf dem Hinweg nach Sausenhof. Auf den Parallelwegen und zwischen den Feldern kann man immer wieder das Läuferfeld sehen. In Sausenhof beginnt schon der Endspurt für die Halbmarathonläufer, denn es ist nur noch 1 KM für sie bis zum Ziel.

Über das Gelände der Kellerei geht es für die Marathonläufer am Ziel vorbei in die Südschleife. An der Strecke steht meine Frau zusammen mit den anderen Bergheide- Fans und feuert alle Läufer an. Schnell noch ein Foto, dann geht es weiter.

Jetzt wird es deutlich ruhiger. Die Südstrecke ist landschaftlich genauso reizvoll und die Menschen in den Ortschaften feuern die Läufer auch begeistert an. Die Streckenposten stehen immer an den richtigen Stellen und lassen nie einen Zweifel an der Streckenführung aufkommen. Zwischen Kleinbottwar KM 25 und Steinheim kommt uns bereits die Spitze auf dem Weg zum Ziel entgegen. Donnerwetter, die sehen noch gut aus und haben doch fast 14 KM Vorsprung. Ist ja selten, dass man das so deutlich sieht. Aber nicht entmutigen lassen, die sind auch meistens 30 Jahre jünger. Das ist das Schöne an unserem Sport, alt und jung, Weltklasse und Lahmsocken, können am gleichen Lauf teilnehmen und ihre persönlichen Erfolge feiern.

In Steinheim fließt die Bottwar in die Murr und im Museum kann man einen prähistorischen Menschenfund mit einem geschätzten Alter von 250.000 Jahren besichtigen. Damals ging es beim Laufen wahrscheinlich oft ums Überleben. So dramatisch ist es heute natürlich nicht, aber für Besichtigungen habe ich jetzt auch keine Zeit mehr. In der Sonne ist es jetzt sogar angenehm warm. Mit 14 Grad haben wir heute ideale Bedingungen. Trotzdem werden allmählich meine Beine schwer und ich muss mich voll auf die Strecke konzentrieren. Die ganze vergangene Woche musste ich mit einem Schnupfen kämpfen. Ich laufe immer noch mit Reinhard zusammen und wir bauen uns gegenseitig auf.

Im Nachbarstädtchen Murr geht es bei KM 30 nun wieder zurück. Dann passiert mir bei KM 35 ein Missgeschick. Ich passe einen Moment nicht auf und schon stolpere ich über einen Straßendeckel. Ich kann mich nicht mehr abfangen und lande auf dem Boden. Hautabschürfungen und Prellungen habe ich mir eingefangen. Knie, Schulter und das Gesicht haben etwas abbekommen. Nach dem ersten Schreck stelle ich aber erleichtert fest, dass nicht Ernstes passiert ist und ich weiter laufen kann. Da bin ich im wahrsten Sinne des Wortes, mit einem blauen Auge davongekommen.

Ab KM 36 sind wir wieder auf der gleichen Strecke wie auf dem Hinweg. Die Walker kommen uns auf ihrer 11 KM Strecke entgegen, und natürlich gibt es ein großes Hallo wenn wir unsere Vereinsfreunde entdecken.

Jetzt zähle ich doch die Kilometer herunter. Reinhard bleibt langsam zurück. Im Ziel trennen uns dann knapp anderthalb Minuten. Als ich Großbottwar erreiche geht es erst einmal über schmale Wege an der Bottwar entlang, bevor ich dann über das Kellereigelände auf die Zielgerade einbiegen kann.

Die Bergheide Fans machen sich lautstark bemerkbar und ich kann wieder lächeln. Nach 4:02:19 habe ich das Ziel erreicht. Das ist für mich Platz 4 in der Alterklasse. Ich erhalte eine schöne Medaille und kann mich bei der üppigen Zielverpflegung wieder erholen. Meine Frau schickt mich erst einmal in die ärztliche Behandlung. Nachdem sich der Arzt davon überzeugt hat, dass nichts Ernsthaftes passiert ist, gibt er mir ein Eispäckchen zur Kühlung meines Auges und den guten Rat zuhause meinen Impfschutz aufzufrischen. Ist ja nie verkehrt.

Wir schauen uns noch den restlichen Zieleinlauf an und schon bald kommen mit Monika Weißenfeld, Lambert Lumer und Bernd Thülig auch die restlichen Bergheider. Auch sie bekommen einen lautstarken Empfang. Manfred bläst wieder auf seinem Jagdhorn zur letzten Attacke. 
Am schnellsten und damit Gesamtsieger ist heute Marco Diehl (der für das Team Bottwartal-Kellerei startet) in 2:40:20. Bei den Frauen ist Manuela Zipse vom TSG Heilbronn mit 2:58:04 die Siegerin.

Auch die anderen Bergheider erreichen alle das Ziel in den angepeilten Zeiten. Mit Bernd Thülig können wir beim Marathon sogar einen zweiten Platz in der M70 feiern.  Ja, es ist wohl wie beim Wein, je älter desto besser. Er erhält als Anerkennung einen schönen Pokal und eine Weinkiste.
Das wird natürlich abends beim gemütlichen gemeinsamen Abendessen gebührend gefeiert und bald erschallt auch hier das inoffizielle Vereinslied „Überall auf der Welt läuft Bergheide, Prost!“

Am Montag geht es dann wieder zurück und die Vereinsführung macht sich schon Gedanken, dass man diesen schönen Ausflug im nächsten Jahr nur schwer noch übertreffen kann.

Marathonsieger

Männer

1 Diehl, Marco (GER)  02:40:21 
2 Himmelsbach, Ralf (GER) 02:40:53
3 Müller, Kay-Uwe (GER)   02:42:58 

Frauen

1 Zipse, Manuela (GER)  02:58:06 
2 Dieterle, Barbara (GER) 03:06:08 
3 Nel, Linda (USA)    03:08:29

 

Informationen: Bottwartal-Marathon
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