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Laufberichte

Familienfest

 

Was wäre das Leben ohne Herausforderungen? Norbert und ich haben in den letzten Jahren einiges geleistet - beruflich wie auch privat. Unsere läuferischen Ambitionen sind da eher zweitrangig. Trotzdem freuen wir uns, dass Laura, unsere älteste Tochter, sich seit neuestem fürs Laufen interessiert. Irgendwann stand bei Ihr das Thema Halbmarathon im Raum. Im Herbst bietet sich dafür natürlich eine optimale Gelegenheit, weil man aus einer Vielzahl von Veranstaltungen die freie Auswahl hat.

Der Marathon im Bottwartal ist seit Jahren einer unserer liebsten Läufe: die Strecke führt auf weitgehend flacher Straße, mit einem optimalen Mix aus Landschafts- und Citylauf. Etwas über 1000 Starter beim Halbmarathon sind genau richtig und nicht zu klein, dass man befürchten muss, Letzter zu werden. Das ist zwar eigentlich egal, aber schlecht fürs Ego.


Laura: Nach zweimal 5, einmal 7,5 und dreimal 10 km stehen nun endlich die ersten 21 für mich im Laufkalender. Auswahlkriterien: Nicht zu groß, aber doch bitte mehr als 500 Starter, schön eben, in der Region, viel Halligalli an der Strecke und am wichtigsten: gute Ziel- und Streckenverpflegung.  Da fällt die Wahl nicht schwer und wir entschieden uns, als meinen ersten Halbmarathon den im Bottwartal zu nehmen.


Dummerweise war es aber so, dass Lauras überaus positiv verlaufenes Sommertraining von einem vierwöchigen Auslandsaufenthalt unterbrochen wurde. An Tempotraining war nicht zu denken, das Augenmerk lag nur noch auf den Umfängen. Also eigentlich völlig normal. Wer behauptet schon von sich, „gut vorbereitet“ an der Startlinie zu stehen?


Laura: Meine Mutter will mich auf dem  Halbmarathon begleiten, aber mein Vater will sich natürlich den Ultra nicht entgehen lassen. So sind wir bereits in den verschlafenen und nebligen Morgenstunden nach Steinheim an der Murr, einem kleinen Dorf an der A81, unterwegs. In der Riedhalle finden sowohl die Startnummernausgabe, als auch eine kleine Läufermesse und Bewirtung statt.  Als wir die Halle betreten, ist es dort noch ziemlich ruhig. Die Ultras eben. Entspannter Plausch hier, ein kleiner Scherz da und die ein oder andere Story über die zuletzt gelaufenen Wettkämpfe. Keine Spur von Aufregung auf den bevorstehenden MZ Urmensch Ultra Trail. Und dazwischen ich, nervös, unsicher und überfordert. Erstmal zur Startnummernausgabe. Hier läuft zu meiner Erleichterung alles sehr unkompliziert, und für alle Starter gibt es als Giveaway vom Veranstalter noch eine kleine Flache Wein (die ich vor Aufregung am liebsten direkt geleert hätte) und einen schicken Buff.

 

 
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Der Start für die meisten Wettkämpfe erfolgt am Kreisverkehr Murrer Str. / Ludwigsburger Str. beim sogenannten Steppi. Das ist eine maßstabsgetreue eiserne Nachbildung des Skeletts eines Steppenelefanten, der im Steinheimer Urzeitmuseum sein Zuhause hat. Gerade interviewt der Moderator den bekannten Ultraläufer Michael Sommer, der den Lauf später auch gewinnen wird.

Punkt 8 Uhr 30 werden die 150 Ultras mit einem Kanonenböller verabschiedet. Laura und ich spazieren ein Stück an der Strecke entlang und inspizieren den Zieleinlauf. Die Zeit vergeht wie im Flug, schon steht der Start des Marathon an. Es ist 9 Uhr 30 als ca. 350 Läufer ebenfalls mit Donnerhall auf die Strecke geschickt werden.

Per Shuttle werden wir zur Halle chauffiert, wo die Transferbusse nach Gronau zum Halbmarathonstart abfahren. Wir sind früh dran und so statten wir der Halle einen erneuten Besuch ab. Aber wie hat sich das hier verändert! Es ist voll: Halbmarathonläufer, ¾ Marathonläufer und 10 Kilometerläufer sind dabei, ihre letzten Vorbereitungen zu treffen. Was ziehen wir an? Draußen ist es frisch, um die 10 °C, aber es soll wärmer werden. Ich laufe komplett kurz, Laura entschließt sich für lange Ärmel, und kurze Hose. Eine Jacke ziehen wir über, die man später in Gronau noch abgeben kann. Dann begeben wir uns zur Bushaltestelle.


Laura:  Gefühlte tausend Läuferinnen und Läufer sind hier bereits versammelt.  Wir suchen ein sonniges Plätzchen und harren der Dinge, Zeit ist noch genug. Der erste Bus ist schnell voll, in den nächsten quetschen auch wir uns rein und nach ca. 20 minütiger Fahrt erreichen wir Gronau. Hier ist schon richtig was los. Zwei Mädels schenken warmen Tee aus. Dann die Durchsage, dass das Führungsfahrrad für den ersten Mann in Sicht sei. Wie, der erste Mann? Direkt vor unserer Startlinie ist die Durchlaufstrecke der Marathonis. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen und jubeln den vorbeikommenden Läufern zu.

 

 
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Gerade passiert Michael Sommer im lockeren Trab. Die Stimmung ist großartig. Wir halten Ausschau nach Norbert. Keine Ahnung, wie weit er sein könnte. Gegenüber dem letzten Jahr wurde die Ultrastrecke stark überarbeitet: 2 trailige Kilometer mit 300 Hm kommen hinzu. Weil die Streckenfreigabe für den Halbmarathon fehlt, werden alle Starts um 5 Minuten verschoben.


Laura: Im 10 Minuten Takt sollen über 1500 Läufer in vier Blöcken starten. Die Einteilung erfolgt nach angegebener Zielzeit. Es scheint  ganz schön kompliziert, alle sicher auf die Strecke zu bekommen, auf der ja bereits die Marathonis unterwegs sind. Langsam wird  es dann auch für uns ernst, wir hatten uns natürlich hinten einsortiert. Wir feuern noch die führende Frau an, dann folgt unser Startschuss.


Nach der langen Warterei bin ich froh, endlich loslaufen zu können. Meine Beine sind doch recht steif, nur langsam wird es besser. Ich genieße die tolle Stimmung im Ort. Auf einer Hebebühne schwebt der Moderator über der Straße und feuert die Läufer an. Nachdem wir die letzten Häuser hinter uns gelassen haben, können wir uns ganz auf die entgegen kommenden Läufer konzentrieren. Die meisten sind von der Halbdistanz, die Langstreckler gehen etwas unter. Schnell ist der erste Kilometer geschafft. Trommler weisen auf eine Streckentrennung hin. Wir halten uns rechts. Der Radweg führt durch grüne Wiesen, die Kurzach, ein Nebenfluss der Bottwar fließt jetzt versteckt hinter Bäumen rechts von uns, und die lange Läuferschlange vor uns ist gut zu erkennen. Oberhalb verläuft die Straße, auf der wir später zurückkommen. Hinter dem 2 km Schild führt uns dann auch schnell eine weite Linkskurve auf den Rückweg. Nun können wir auf die Läufer unter uns herabsehen.

 

 
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Laura:  Ich bin so damit beschäftigt, die entgegenkommenden Läufer nach Bekannten durchzusehen, dass ich beinahe das 1 Km Schild verpasse. Dann die erste Musikgruppe und schon sind 2 km gelaufen. Mir geht es richtig gut. Die Sonne wärmt schon etwas und die Landschaft ist wunderbar. Etwas oberhalb unseres Weges können wir die Läufer sehen, die bereits auf dem Rückweg der Schleife sind. Bis zur Wendekann es nicht weit sein.  Von dort geht’s  Berg ab,  es läuft richtig gut. Vorbei an ein paar Läuferinnen und Läufern, an der Musikkapelle, wieder die entgegenkommenden Läufer durchsuchen und dann das 3 Kilometerschild. Ein Blick auf die Uhr, 7er Schnitt. Perfekt! Am Ortsschild von Gronau vorbei, die Stimmung im Ort genießen und dann kommt direkt schon Kilometer 4. Verrückt, Anfang des Jahres war ich nach einer solchen Strecke  bereits fix und fertig.

Kurz bevor es aus Gronau raus in Richtung Oberstenfeld geht, kommt bereits die erste VP. Ich schnappe mir einen Becher Wasser, Mama drückt mir einen zweiten in die Hand und weiter geht‘s. Bloß nicht anhalten, wenn es gerade so gut läuft. Durch einen Kreisverkehr und ab auf die Landstraße. Unterwegs nach Oberstenfeld geht es an einigen Apfelwiesen vorbei, aber viel spannender ist, den ein oder anderen Ultra über seine bereits gelaufenen Kilometer auszuquetschen. Huch, da ist ja schon Kilometer 5, und wir kurz vor dem neuen Ortsschild.

 

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Informationen: Bottwartal-Marathon
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