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Laufberichte

Heimspiel in Bertlich

06.02.11

83. Bertlicher Straßenläufe

 

Heute stehen nur Bad Füssing und Herten-Bertlich als mögliche Veranstaltungsorte im deutschen Marathonkalender. Da fällt mir die Wahl leicht, denn Bertlich ist für mich in einer halben Stunde per Auto zu erreichen. So sind die Bertlicher Straßenläufe für mich praktisch ein Heimspiel.

Der SuS Bertlich 1945 e.V. stellt hier in Herten seit Jahren eine tolle Veranstaltung auf die  Beine. Zum 83ten Male finden sie nun schon statt, da muss schon ein gutes Konzept dahinter stehen. Die heutige Veranstaltung wird zum Gedenken an den im letzten Jahr verstorbenen Initiator als „Karl-Heinz Rode Ehrenlauf“ abgehalten.

Der Marathonlauf ist in Bertlich nur ein Angebot unter 8 verschiedenen Disziplinen. Außer dem  850 m Schülerlauf, dem Halbmarathon und der Königsdisziplin ist sicher auch die 30 km Strecke als Vorbereitungslauf für einen Marathon interessant. Auf der  15 km-Strecke können sich auch Walker und Nordic Walker tummeln. Also ist praktisch für jeden etwas dabei und heute werden hier insgesamt 998 Teilnehmer am Start sein. Die Veranstaltung findet dreimal im Jahr statt und bietet so eine schöne Gelegenheit, sich immer wieder mit Gleichgesinnten zu treffen. 

Da der Start des Marathonlaufes erst um 10:30 Uhr ist, genügt es, wenn ich mit Inge und Christiane kurz vor neun losfahre. Schnell erreichen wir wieder den großen Parkplatz am Hoppenwall und brauchen von hier nur wenige Schritte bis zu den Glück-Auf-Werkstätten des Diakonischen Werkes. Hier ist der freundliche Mittelpunkt der Veranstaltung.

In der Eingangshalle erfolgt die Anmeldung und Startnummernausgabe. Eine Anmeldung ist nur hier und jetzt möglich und für 16 Euro bin ich beim Marathon dabei. 50 Cent erhält man hiervon bei der Rückgabe der Startnummer wieder zurück. Die Pausenhalle bietet auch Platz für einen kleinen Lauf- und Souvenirshop. An der Kuchentheke  gibt es jetzt zu moderaten Preisen Kaffee und belegte Brötchen.

 
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Unsere Vereinsfreunde  Carla und Bernd sind schon da. Bernd startet 2011 bereits in der M75 und will hier heute den Halbmarathon als Vorbereitung für den Marathon in Tangermünde machen. Dorthin wird nämlich am 10.04. der Vereinsausflug gehen. Mit Lara, Daria, Helmut und Reinhard wollen heute noch mehr Mitglieder des VfL Bergheide die Wettkampfsaison eröffnen und den Heimvorteil nutzen.

Bald schon muss ich mich für den Start fertigmachen. Dieser erfolgt direkt vor dem Sportplatz und ich kann schon wieder einige bekannte Gesichter erkennen. Jörg Segger und Jörg Schranz sind ebenso dabei wie die „Powerschnegge“ Hans Drexler.

Pünktlich erfolgt dann um 10:30 Uhr der Startschuss und für 103 Läufer geht es nun auf eine 13,9 km Runde, welche wir dreimal bewältigen müssen. Ich kenne diese Runde ja inzwischen bestens von den Veranstaltungen der Vorjahre.

 
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Nach dem kurzen Auftaktstück durch die Zechensiedlung geht es gleich hinaus in das schöne Naherholungsgebiet mit vielen Wiesen und Feldern. Gelaufen wird ausschließlich auf asphaltierten Wirtschaftswegen und Straßen. Die Strecke geht entlang der Grenze zwischen Herten und Marl und berührt auch die Städte Gelsenkirchen und Recklinghausen. Wir sind also mitten im Ruhrgebiet und haben doch das Gefühl, uns in einer Urlaubsregion zu bewegen. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch die Bauern- und Reiterhöfe an der Strecke. Nur am fernen Horizont ist ein großes Kraftwerk zu erkennen.

Natürlich sind alle Strecken amtlich vermessen und jeder Kilometer ist ausgeschildert. Mit 7 Verpflegungsstellen und 2 DRK Stationen ist für die Versorgung der Läufer bestens gesorgt. Mit 11 Grad ist es sehr mild und es wird auch trocken bleiben. Das Problem ist aber der böige Wind, der uns auf der Strecke doch ziemlich durchpustet. Insgesamt sind es heute aber gute Bedingungen für einen Wintermarathon.

Nachdem wir schon die erste Verpflegungsstelle passiert haben, geht es hinauf zur  Brücke, um eine Bahnstrecke zu überqueren. Danach werden wir von freundlichen Polizisten über eine Landstraße gelotst. Heute haben wieder die Läufer Vorfahrt.  Weiter geht es durch die kahlen Felder und hier müssen wir uns wieder gegen den Wind stemmen.

Die Halbmarathonläufer sind 10 Minuten nach uns gestartet und die Spitze kommt schon mit großen, schnellen Schritten vorbei. An der Farbe der Startnummern kann ich sie sofort erkennen.  Wieder taucht eine Verpflegungsstelle auf. Hier gibt es immer angewärmtes Wasser, Tee und Iso. Später werden noch Bananen dazu kommen.

Schnurgerade geht es nun weiter und wir müssen bald wieder eine Landstraße überqueren. Auch hier sorgen Polizisten für einen gefahrlosen Lauf. Jetzt geht es durch ein kleines Wäldchen leicht wellig am Reiterhof vorbei und die Hälfte der Runde ist geschafft.  Bald erreichen wir die Bundesstraße  225 und laufen hier nur kurz über den Standstreifen, bevor wir wieder Richtung Bertlich abbiegen können. In Ried gibt es nochmals eine Verpflegungsstelle und nachdem wir erneut die Landstraße überquert haben, laufen wir auf einem Radweg weiter. Kurz geht es über den Standstreifen der Marler Straße, dann biegen wir in den Bauernweg ab und können schon wieder das Kaufhaus und damit den Ausgangspunkt erkennen.

Ich komme mit Ulrich Küster ins Gespräch. Er absolviert hier heute seinen ersten Marathon. Vor drei Jahren wog er noch 115 kg und wollte das gerne ändern. Heute ist er mit 83 kg auf der Marathonstrecke. Wieder eine Erfolgsgeschichte.

Jetzt geht es auf den Sportplatz zu  und damit in die zweite Runde. Hier stehen doch einige Zuschauer und die 10 km Läufer machen sich gerade für ihren Start fertig. Ein Streckensprecher informiert über den Rennverlauf. Inge und Christiane haben sich in einer Kurve aufgebaut und feuern mich an. Sie werden heute wieder für die Fotos sorgen.

 
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Die Halbmarathonläufer ziehen nochmals das Tempo an, bevor sie gleich auf ihre Zielgerade abbiegen können. Jetzt mischen sich noch die 30 km Läufer ins Feld, sie sind  um 12 Uhr gestartet. Peer spreche ich an, der ebenfalls den Marathon läuft und auch schon in Kevelaer dabei war. Er ist wieder locker unterwegs und genießt den Lauf. Nachdem er den 100sten geschafft hat, macht er natürlich motiviert weiter.

Am Reiterhof ist die Halbmarathonmarke erreicht und meine Uhr zeigt  2:02. Na das läuft doch ganz gut, trotz des Windes. Nach der Bundesstraße wird der Asphalt sehr löcherig und der Winter hat mit seinen Schneemengen die Schlaglöcher noch tiefer gemacht. Da muss man schon die Füße anheben und sich konzentrieren. Die Helfer an der Strecke sind alle freundlich und hilfsbereit. Es sind Mitglieder des SuS Bertlich und hier ehrenamtlich tätig. Dadurch kann der Erlös aus der Veranstaltung voll der Jugendabteilung zugute kommen.

So komme ich wieder gut durch die zweite Runde. Jetzt ist es schon ruhiger geworden am Sportplatz und der Sprecher kann die Läufer namentlich grüßen. Inge und Christiane haben für mich eine zusätzliche Verpflegungsstelle eingerichtet und ich kann mich mit Cola stärken. Dann geht es in die letzte Runde. Ab 28 km wird es immer etwas schwerer, aber das ist hier ja auch ein Marathonlauf und kein Sonntagsspaziergang. Jetzt sind nur noch Marathon- und 30 km Läufer auf der Strecke und es wird etwas einsam. Ich fühle mich gut und bevorzuge sowieso inzwischen die ruhigen Landschaftsläufe mehr als die lauten und aufwändigen Cityläufe.

Der Wind ist manchmal mein Freund und unterstützt mich von hinten, aber schon hinter der nächsten Kurve zeigt er sein anderes Gesicht und wird mein Feind. Je nach Windrichtung schwanken meine Zwischenzeiten um 30 bis 40 Sekunden. Bereits seit einigen Kilometer fällt mir ein Läufer auf, der immer wieder eine Gehpause einlegt, um dann wieder an mir vorbeizulaufen. Dreimal geht dieses Spiel, dann habe ich ihn endgültig abgehängt.

 
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An den Verpflegungsstellen nehme ich jetzt Bananenstücke und spüle sie mit einem Isogetränk runter. So kann ich auch den Rest der Strecke gut bewältigen und sehe schon bald wieder das Kaufhaus näherkommen. Nochmals geht es am Parkplatz vorbei und der Kilometer 41 ist erreicht. Am Sportplatz begrüßt mich der Sprecher und ich darf diesmal links abbiegen. Vor dem Tor zum Sportplatz haben mich schon Inge und Christiane entdeckt und feuern mich nochmals an. Noch eine dreiviertel Runde muss ich auf der Aschenbahn zurücklegen, dann bin ich im Ziel. 4:14:16 wird auf der großen Uhr im Zielbogen angezeigt. Das ist heute Platz 2 in meiner Altersklasse.

Nach einer kurzen Erholungspause geht es zu den nahegelegenen Duschräumen. Ich genieße das warme Wasser und kann anschließend meine Vereinsfreunde in der Pausenhalle treffen. Bernd hat natürlich wieder seine Altersklasse gewonnen und besonders freuen wir uns, dass auch Helmut die AK 60 gewonnen hat. Auch die anderen Freunde sind mit ihren ersten Ergebnissen in diesem Jahr zufrieden.

Schon bald beginnt die Siegerehrung und jeder Altersklassensieger erhält einen kleinen Läuferpokal.

Zufrieden fahren wir nach Hause und hoffen am 25.09. und 27.11 auf weitere Heimspiele hier in 2011.    

 

Informationen: Bertlicher Straßenläufe
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