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Laufberichte

Zurück zu den Wurzeln

 

Ja, es gibt ihn schon sehr lange, den Baukasten-Marathon. Heute steigt bereits die 23. Auflage. Noch vor dem großen Marathonboom fiel der erste Startschuss in Bad Salzuflen. Mit seinem Baukastensystem hat er sich etabliert und viele Marathonläufe überlebt, die es nur Anfang der 2000er Jahre auf ein paar Austragungen bringen konnten. Zu Recht! Mit der Möglichkeit sich seine persönliche Strecke zwischen 18, 26, 34 und 42 Kilometern noch unterwegs aussuchen zu können hat diese Veranstaltung am Anfang des Jahres den Nerv der Läuferschar perfekt getroffen.

Meine ersten persönlichen Erfahrungen auf dieser Strecke habe ich schon in den 90er Jahren sammeln können. Mann, was war ich stolz, hier erstmals eine Distanz von sage und schreibe 26 Kilometern zurückgelegt zu haben. Fasziniert lauschte ich anschließend den Gesprächen erfahrener Läufer im Ziel: „War heute mein 6. Marathon dieses Jahr.“ Hörte sich imposant an. Dann dachte ich nach: 6. Marathon? Dieses Jahr? Wir sind doch erst in der 9. Woche. Kann es denn tatsächlich solche „Bekloppten“ geben? Die Erfahrungen der letzten Jahre haben mir dies vielfach bestätigt und wenn bei mir die Laufpassion mit etwa 6 bis 7 Marathonläufen im Jahr vielleicht nicht ganz so ausgeprägt ist, zähle ich mich auch dazu.

Voll dieser nostalgischen Gedanken mache ich mich erneut auf den Weg zur Grundschule Elkenbrede, um eine weitere Marathonherausforderung anzunehmen. Die Anfahrt ist kurz, lediglich etwa 70 Kilometer trennen mich vom Start. Mit schönstem Sonnenschein und milden Temperaturen gibt es optimale Laufbedingungen. Der erste Weg führt mich zur Turnhalle. Gegen 11.00 Uhr, knapp eine Stunde vor dem Startschuss ist sie bereits gut gefüllt. Trotzdem sind die Ausgabeschalter relativ leer. Wie war meine Startnummer noch? Vergessen. Aber kein Problem, aus der alphabetisch geordneten Liste an der Wand kann ich sie schnell erfahren. Anschließend steuere ich zielsicher die richtige Helferin an und schon habe ich meine Unterlagen in Händen. Noch ein kurzer Blick auf das Probemodell neben den Unterlagen und ich weiß auch wieder, wie der Einmalchip anzubringen ist.

 
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Für die letzten Vorbereitungen wechsle ich aber erstmal ins Schulgebäude. Hier bekomme ich noch einen Sitzplatz und komme schon mit den ersten Läufern ins Gespräch. Viele kennen Marathon4you und so falle ich in meinem Jubiläums-Outfit natürlich sofort auf und werde angesprochen. Anschließend schnell noch die Tasche zur Aufbewahrung abgegeben (kann praktischerweise gleich um die nächste Ecke erfolgen) und dann letzte Energie am reichhaltigen Kuchenbuffet tanken. Nach meinem Zieleinlauf wird davon nicht mehr viel übrig sein.

Frisch gestärkt tanke ich schnell noch ein wenig Sonne. Die Vorfreude auf den Lauf steigt. Wie ich sehe, sind auch wieder viele Wiederholungstäter wie Peer dabei. Vielleicht kann ich ja heute etwas länger mit ihm mithalten? Nur nicht nervös machen lassen. Es reicht, wenn es die Konkurrenz ist, wie die lange Schlange vor den Dixis beweist. Alte Hasen wie Adalbert, den ich kurz darauf begrüße, haben das natürlich nicht nötig.

 
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Jetzt aber schnell zum ersten Start. Über 138 Teilnehmer/innen wählen die kürzeste Distanz von 10 Kilometern und dürfen 10 Minuten vor uns auf die Strecke. Die Straße ist vollgestopft mit der Läuferschar, aber das ist noch gar nichts im  Vergleich zu unserem Start. Die verschiedenen Strecken des Marathon-Baukastens werden am Ende 1.031 Läufer/innen bewältigt haben. Pünktlich werden die 10er auf die Strecke gelassen und machen Platz für die ambitionierteren Läufer/innen, die sich kurz darauf bereits einfinden.

Trotz des Gedränges findet mich Peer am rechten Rand des Feldes. Gemeinsam gehen wir nach dem Startschuss auf die Strecke. Das Feld ist dicht gedrängt, da kommt eine schnellere Bewegung noch nicht in Frage. Der erste halbe Kilometer führt uns durch ein Wohngebiet an den Stadtwald heran. Zur Entzerrung reicht diese Distanz nicht wirklich, sodass ich mich beim Erreichen des Waldpfades erstmal in die Läuferschlange einreihe. Peer ist schon weiter vorne. Ein Zwischenspurt schon jetzt wäre zu kräftezehrend, so lasse ich ihn ziehen.

Kurz darauf erreichen wir die Schützenwiese, wo wir die eigentliche 8 km lange Runde erreichen, die man für den Marathon fünfmal durchlaufen muss. Wir verschwinden im bewaldeten Salzetal. Von den bereits gewonnenen 46 Höhenmetern geben wir gleich die ersten wieder ab. Immer noch ist das Feld dicht beisammen, weshalb einige die parallel verlaufende Wohnstraße als Ausweichstrecke nutzen. Ansonsten ist an Überholen kaum zu denken. Will ich auch nicht, denn wegen meines Schnupfens letzte Woche habe ich eh keine zeitlichen Ambitionen.

 
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Am Ende der Wohnstraße überlaufe ich eine Zeitmessmatte. Hier werden die gelaufenen Runden und Zeiten festgehalten. Kurz darauf erreiche ich die Extersche Straße, der ich die nächsten 2 KM folge. Das leicht wellige Profil lässt gemütliches Laufen zu, nur der heute weiche und etwas matschige Untergrund mahnt zur Vorsicht, wie das Hinweisschild am Point „Frankie“. Es erinnert an einen Bänderriss, der heute volljährig wird. Ob er noch Geschwister bekommen hat? Ich nehme die Warnung jedenfalls ernst und gehe die folgenden Kilometer entsprechend vorsichtig an. Das fällt mir nicht besonders schwer, denn kurz darauf bei KM 4 wartet eine große Steigung. Die ersten Teilnehmer bewältigen sie gehend. Wer hier hochläuft, weiß warum. Noch macht sie mir nichts aus, aber auf den nächsten 4 Runden? Lieber noch keinen Gedanken daran verschwenden, schließlich geht es bis KM 5 schon wieder bergab zur ersten Getränkestelle. Der warme Tee kommt gerade recht.

 
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Die nächsten 1,5 KM geht es stetig bergauf in Richtung A2. Die entlaubten Bäume lassen die  Sonnenstrahlen durch – sie wärmen und motivieren. Bei KM 8 stößt Michael zu mir. Wir haben bereits in Steinfurt einige Kilometer zusammen zurückgelegt und auch heute entwickelt sich ein intensives Gespräch. Das an dieser Stelle leicht wellige Profil mit einem Höhenverlust zum Ende der Runde bei KM 9 begünstigt unsere Unterhaltung und schon biegen wir nach links auf die 2. Runde.
Hinunter ins Salzetal versuchen wir das Tempo nicht zu schnell werden zu lassen. Michael hat gerade erst eine Erkältung hinter sich. Da reicht heute ein 18 KM-Lauf aus dem Baukasten, um im Training zu bleiben und die Gesundheit nicht zu gefährden. Eine Option auch für mich? Schließlich ist mein Schnupfen gerade erst abgeklungen. Aber nein, noch fühle ich mich fit und überlasse Michael bei KM 17 seinem Zieleinlauf und mache mich selbst auf zur 3. Runde.

 
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Läuft doch noch ganz gut, schon liegt die Halbmarathonmarke hinter mir. Man kennt jetzt die Strecke und widmet sich mehr den Mitläufern. Gut, dass mich Karl-Walter gerade an der Getränkestelle in ein Gespräch verwickelt, denn jetzt kommt wieder die Steigung. Das lenkt ab. Mittlerweile sind meine Nasenschleimhäute wieder gut durchblutet und nehmen ihre Arbeit auf. Die Nase beginnt zu tropfen und ich fürchte, dass es nicht zum Marathonfinish reichen könnte. Ausgerechnet jetzt treffen wir auf Karl-Walters Mitläuferin Karin, die sich heute für die 26 KM-Variante entschieden hat, weil auch sie nicht ganz fit ist. Spontan schließe ich mich ihr an und laufe in Richtung Ziel. Auf dem letzten Kilometer verlieren wir die gleich zu Beginn des Laufes eroberten 46 Höhenmeter, was das Laufen sehr erleichtert.

Standesgemäß werden wir im Ziel von VanMan Jochen Heringhaus begrüßt. Nur noch ein kleiner Schlenker und wir haben das Ziel erreicht. Ich bleibe stehen, nur die Nase läuft weiter. Die Entscheidung, heute meine Grenzen nicht weiter auszutesten, ist richtig. Anschließend treffe ich noch Adalbert und Michael. Für uns alle war heute kein Tag zum Bäume ausreißen. Aber schließlich ist der Marathon in Bad Salzuflen genau dafür gedacht, sein Laufpensum dem aktuellen Trainingsstand und eventuellen Unpässlichkeiten anzupassen. 

Mit hat es hier wieder sehr gut gefallen, denn immerhin habe ich meine Einstandsdistanz geschafft und bin zurück bei den Wurzeln.


Ergebnisse:
Männer:

1. Philipp Brouwer, 3:04:51
2. Wolfgang Freitag, 3:08:55
3. Norman Bauersfeld, 3:11:51

Frauen:

1. Marion Witler, 3:38:52
2. Ines Roessler, 3:46:38
3. Silvia Rusche, 3:48:47

Streckenbeschreibung:

Einen Kilometer Anlauf, danach bis zu 5 x 8 Kilometerrunde und den einen Kilometer wieder zurück

Zeitnahme:

Einmalchip „Time Team Jung“

Weitere Distanzen:

10,18, 26 und 34 Kilometer.

Startgeld:

10 Km: 8,00 € / Schüler & Jugend 3,00 €
18 – 42,2 Km 17,00 € / Schüler & Jugend 6,00 €

Auszeichnungen:

Urkunde im Internet. Preise für die Gesamtsieger.

Verpflegung:

2 Verpflegungspunkte pro Runde an der Strecke und Verpflegung im Ziel. Gereicht werden Tee Wasser und teilweise Cola, Malzbier, dazu Äpfel, Orangen und Rosinenstuten.

 

Informationen: Bad Salzuflen-Marathon
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