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''Isch numma weit''

 

Sonthofen ist Teil zwei meines Power-Berg-Wochenendes. Zuerst kurz und knackig in Lech und dann „isch numma weit“ in Sonthofen. 

Zeitig haue ich in Lech am Arlberg ab und brauche doch für die knapp 100 Kilometer fast zwei Stunden Fahrzeit. Der Hochtannberg und der Riedbergpass fordern Zeit. Zu Fuß wären es über das Kleinwalsertal nicht mal 50 Kilometer. Aber ich schaffe es gerade so, dass ich noch ein paar Nudeln während der Laufmesse ergattere. Die Pasta ist nämlich schon im Startgeld includiert. Zusätzlich erhalten wir einen Rucksack, ein Stirntuch, ein Päckchen mit Beauty-Proben und diversen Give-Aways.

Zum siebten Mal findet der Allgäu Panorama Marathon statt. Und die beiden Macher Axel Reusch und Christian Feger sind Glückspilze, oder haben einen Draht nach oben: Denn schlechtes Wetter war nie, obwohl das Allgäu im Bundesgebiet mit die meisten Niederschläge aufweist. Für das Wochenende sagt der Wetterfrosch Sonne voraus und nur gegen Abend Gewitterneigung. Mit rund 25 Grad in Talnähe werden wir rechnen müssen und ob die Wärme vereinzelt für „Niederschläge“ bei den Teilnehmern sorgt, wir werden sehen.

Die Startnummernabholung wird in die Werbe Blank Sportsarena verlegt. Grund ist das 50jährige Jubiläum der Stadterhebung in Sonthofen. Ich weiß das nicht, und bin erstaunt, als vor der Markthalle auf der riesigen Bühne Blasmusik bespielt wird. Nachfragen ergeben, dass an diesem Wochenende die Feierlichkeiten mit Festzug, Gottesdienst und Festakt abgehalten werden. Aber für die Sportler ist die Verlegung in die Sportsarena kein Nachteil. Die Räumlichkeiten sind genauso groß und Parkmöglichkeiten sind hier in der Nähe des Wonnemar zur Genüge vorhanden.

 
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„Glei geht’s los“

 

Am nächsten Morgen ist richtiges Sommerwetter. Kein Wölkchen am Himmel. Die UltraTrailer sind schon zwei Stündchen unterwegs, als ich kurz vor unserem Start um 08.00 Uhr meinen Rucksack abgebe. Axel berichtet in einem kurzen Gespräch, dass der Allgäu Panorama Marathon abermals eine Rekordzahl von über 1100 Läufern in die Alpenstadt gezogen hat. „Die Steigerung ist moderat, so können wir geregelt in der Orga mitwachsen“, seine Meinung.

 
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Die letzten Sekunden zählen wir herunter und dann beginnen wir unsere Reise durch das Alpenpanorama rund um Sonthofen. Ich will keine bestimmte Zeit laufen, auch wenn mich Eberhard gerne in der Spitze sehen würde. Diese Tempospritze hebe ich mir für den Oktober auf, ich lasse euch dann wieder dabei sein. So fünf Stunden plus oder minus x, das soll mein Plan sein.

Der Einlauf auf dem kurzen Straßenstück und entlang der Iller ist schnell beendet, dann laufen wir entlang des Sonthofener Sees, für mich ein neues Streckenstück. Für das Baden ist die Lufttemperatur von jetzt rund 15 Grad noch etwas zu frisch, aber perfekt für uns Trailer, denn kurz nach Kilometer 2 verlassen wir die Straße und biegen auf einen befestigten Feldweg ein, der uns schon erste Höhenmeter bringt.

So stelle ich mir das Allgäu vor. Bei meinen Blicken links und rechts der Strecke sehe ich fette, grüne Wiesen, Kühe beim Grasen, blauer Himmel, nette Menschen. Auch wenn jetzt nur wenige neugierige Zuschauer an der Strecke stehen, sie haben jederzeit ein aufmunterndes Wort für uns übrig. Nach etwa vier Kilometer können wir in Hüttendorf bereits die erste Tränke mit Wasser und Iso nutzen. Heute dürfen wir bei der Flüssigkeitsaufnahme nicht geizen, denn lieber einmal für ein kleines Geschäft in die Büsche, als Durst leiden.

Bei der folgenden Rampe fallen die meisten ins Marschtempo zurück, denn die Steigungsprozente sind zweistellig. Recht viel langsamer ist der Läufer damit auch nicht unterwegs, als wenn er mit der Brechstange beim Laufen bleiben will. Das nächste flachere Stück kannst du sowieso erwarten. Die Steigung auf die Hörnerkette ist nicht durchgängig anspruchsvoll, sondern bei den zahlreichen flacheren Etappen kann man wieder Luft schnappen und etwas entspannen.

 

Auf, auf, die Hörnergruppe nauf

 

Auch wenn es wellenförmig nach oben geht, wird die Aussicht auf Sonthofen, Immenstadt und in Richtung Oberstdorf immer herrlicher. Am gegenüber liegenden Grünten, der auch Wächter des Allgäu genannt wird, lässt sich unsere Höhe gut einschätzen.

 
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Bevor der Grasweg in den Wald führt und von einem Wurzelpfad abgelöst wird, stehen zwei Helfer. Ein Junger in der Sonne und der Junggebliebene mit Rauschebart auf der Bank sitzend. Beide lachen, als ich etwas von Vergnügungssteuer für diesen Platz erzähle. Der Trailpfad über Stock und Stein lässt uns das Ratschen einstellen und das Schwitzen beginnen. Alle gehen, überholen fast unmöglich. Nach wenigen Minuten führt der Pfad aus dem dunklen Wald. Mehr Licht sorgt dann für enormes Wachstum bei den Farnkräutern, durch die müssen wir dann durch.

Das steile Stück endet, es geht kurz weglos durch eine Wiese. Die UltraTrailer haben das Gras platt getrampelt, so tun wir uns leichter mit der Wegfindung. Und nasse Füße kann sich durch den Tau auch keiner mehr holen. Ein Pärchen, jeder im weißen FinisherShirt der Tour de Tirol, kann ich überholen. Silvia und Ralph Michalka aus Düsseldorf wollen wieder nach Söll und nutzen den APM als Test. Wer einen Bergmarathon laufen will, der kann sich hier versuchen, denn die rund 1400 Höhenmeter sind auch für „Einsteiger“ machbar.

Die nächsten Kilometer verlaufen auf einer schmalen Asphaltstraße, aber weiterhin mehr oder weniger bergauf. Teils durch Wald, teils durch Almwiesen erreichen wir mit Kilometer 8 die Weltcuphütte. Neben den bekannten Getränken werden jetzt auch Bananen- und Melonenstücke gereicht. Die Höhe von etwa 1400 Metern ist an der gedämpften Temperatur erkennbar. Nicht nur ich bin am Fotografieren, sondern auch der „Datschiburger“ Udo Pitsch aus Augsburg.

Wir verlassen das Asphaltband. An einer Alm schaut die Bäuerin aus dem Stadel, pausiert gerade von der Arbeit. Die Mannsbilder sind da umtriebiger und sitzen am Weg auf der Bierbank. Doch so ganz perfekt sind sie jetzt am Morgen noch nicht eingestellt, denn für einen Frühschoppen wäre es gerade an der Zeit. Statt Bier stehen nämlich Kaffeetassen auf dem Tisch.

Nach einem weiteren Aufschwung, der zwar trocken, aber durch Kuhfladen doch eine gewisse Schleudergefahr aufweist, kommt ein rustikales Wegstück mit Wurzeln, Steinen und Stufen. Keine zehn Minuten dauert diese Einlage.

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Informationen: Allgäu Panorama Marathon
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